Menschlichkeit, Krieg, Medienkritik - Hinter den Kulissen von spotlights

Shownotes

Schön, dass ihr wieder dabei seid!

In unserer dritten Folge läuft einiges anders als geplant. Eigentlich wollten wir mit einem deutschen Außenpolitiker über die Verantwortung Deutschlands im Libanon sprechen. Das Gespräch musste kurzfristig verschoben werden. Aber ihr habt uns in den vergangenen Wochen nicht nur viele Fragen an die Politik geschickt, sondern auch an uns. Und deshalb drehen wir diesmal den Spieß um: Wir beantworten eure Fragen und nehmen euch mit hinter die Kulissen von spotlights.

Wie ist die Idee zu unserem unabhängigen journalistischen Projekt entstanden? Wie finanzieren wir unsere Recherchen? Wie bereitet man sich auf Reisen in Kriegsgebiete vor, wie geht man mit der eigenen Angst um und wie verarbeitet man das Leid, dem man dort begegnet?

Wir sprechen aber auch über Fragen, die weit über unsere eigene Arbeit hinausgehen. Warum misst Deutschland bei internationalen Konflikten offenbar mit unterschiedlichen Maßstäben? Warum werden Menschenrechtsverletzungen nicht immer mit derselben Konsequenz verurteilt? Und welche Verantwortung tragen wir als Journalistinnen und Journalisten dafür, welches Bild von einem Krieg in der Öffentlichkeit entsteht? Es geht um die Sprache deutscher Medien, um die unkritische Übernahme von Aussagen der Kriegsparteien und um die Frage, ob journalistische Unabhängigkeit bedeutet, gegenüber Menschenrechtsverletzungen neutral zu bleiben.

Außerdem beantworten wir eure Fragen zur aktuellen Situation im Libanon: zur anhaltenden Gewalt, zur Rolle der Hisbollah und zu den Folgen des Krieges für Hunderttausende Menschen. Dabei lassen wir auch Menschen zu Wort kommen, die wir auf unserer Reise kennengelernt haben und deren Erfahrungen manche politischen Debatten und Schlagzeilen in einem anderen Licht erscheinen lassen. Und zum Schluss geht es um eine Frage, die wir auch unseren Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartnern immer wieder stellen: Was macht uns angesichts all dessen eigentlich noch Hoffnung?

Danke für eure vielen Fragen, euer Interesse und dafür, dass ihr uns auf diesem Weg begleitet.

Auf unseren Social-Media-Kanälen könnt ihr regelmäßig Videos und Zusatzinformationen von unseren Reisen sehen, vor allem aber die Geschichten und Menschen vor Ort kennenlernen, über die wir im Podcast sprechen.

Also folgt uns gerne, um nichts mehr zu verpassen!

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[Q1] 12:37min The New York Times – Zerstörung von Dörfern und ziviler Infrastruktur im Südlibanon, Oktober 2026 https://www.nytimes.com/interactive/2026/10/12/world/middleeast/israel-lebanon-destruction.html [Q2] 13:00min Amnesty International – Großflächige Zerstörung ziviler Gebäude und landwirtschaftlicher Flächen im Südlibanon, August 2025 https://www.amnesty.org/en/latest/research/2025/08/israel-lebanon-extensive-destruction/ [Q3] 13:23min Internationale Organisation für Migration (IOM) – Aktuelle Zahlen zu Binnenvertriebenen im Libanon, Oktober 2026 https://dtm.iom.int/reports/lebanon-mobility-snapshot-round-118-01-october-2026 [Q4] 16:53min Reuters – Hisbollah kündigt finanzielle Unterstützung für Familien mit zerstörten Häusern an, Oktober 2026 https://www.reuters.com/world/middle-east/hezbollah-outlines-financial-aid-plan-lebanese-with-destroyed-homes-2026-10-13/ [Q5] 22:53min L’Orient Today – Israelischer Rückzug aus dem Südlibanon und Rückkehr vertriebener Bewohner, Juni 2026 https://today.lorientlejour.com/article/1539292/israel-will-not-withdraw-from-south-lebanon-as-long-as-i-am-pm-netanyahu-says.html [Q6] 23:12min Amnesty International – Zwangsvertreibungen und Rückkehrverbote im Libanon als Kriegsverbrechen, Juni 2026 https://www.amnesty.org/en/latest/news/2026/06/lebanon-israel-radically-expands-use-of-unlawful-mass-evacuation-orders-and-commits-war-crime-of-unlawful-transfer/ [Q7] 24:45min UNICEF – Getötete und verletzte Kinder sowie psychische Belastungen durch den Krieg im Libanon, Juni 2026 https://www.unicef.org/lebanon/press-releases/statement-unicef-country-representative-lebanon-marcoluigi-corsi-ongoing-suffering [Q8] 25:19min Save the Children – Von ihren Familien getrennte Kinder im Libanon, April 2026 https://www.savethechildren.org/us/about-us/media-and-news/2026-press-releases/lebanon-children-separated-families [Q9] 26:41min UNICEF – Beschädigte und zerstörte Bildungseinrichtungen im Libanon, September 2026 https://www.unicef.org/lebanon/reports/lebanons-schools-caught-crossfire [Q10] 28:07min Betterplace – Transaidency e. V., humanitäre Hilfe für Menschen in Krisen- und Kriegsgebieten https://www.betterplace.org/de/organisations/31410-transaidency-e-v

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00:00:00: Ich stand mitten auf einer Straße, wo kurz zuvor völlig normaler Alltag war.

00:00:04: Da gibt es Schulen, Krankenhäuser, Menschen saßen in Cafés und dann kam über Social Media die Warnung dass es einen israelischen Luftangriff geben soll.

00:00:11: Kurz darauf ist die Rakete eingeschlagen.

00:00:13: ich stand maximal dreihundert Meter weit weg.

00:00:16: dieser laute Knall diese gerauchwolke und völlige Panik auf der Straße.

00:00:20: wenig später nehme ich mein Hände in die Hand und lese die ersten Meldungen deutscher Medien.

00:00:26: Unterstand natürlich Angriff auf Hisbollah, Hochburg... Und ich dachte mir so wie können denn dann die Medien in Deutschland das Wissen und Zweifelsfrei so behaupten wenn es überhaupt noch nicht geklärt ist?

00:00:45: Willkommen zur dritten Folge von Spotlights!

00:00:48: Ich bin Sophia Meyer, Journalistin und Reporterin und heute ist alles ein Bisschen anders als ursprünglich geplant.

00:00:54: Eigentlich wollten wir heute diese Folge mit einem deutschen Außenpolitiker bestreiten, darüber welche Rolle Deutschland im Libanon und in der Ost spielt.

00:01:02: Dieses Gespräch wurde allerdings kurzfristig abgesagt.

00:01:05: leider leider aber ihr habt uns in den vergangenen Wochen nicht nur unglaubliche viele Fragen an die Politik geschickt sondern auch an uns selbst und deshalb haben wir beschlossen diese Folge einfach euch zu widmen und werden natürlich die Politikerfolge nachholen.

00:01:21: Deshalb sitze ich heute nicht wie eigentlich geplant hinter den Kulissen, sondern stelle Sophia wie in unserer ersten Folge die Fragen, die ihr uns geschickt habt.

00:01:28: Also wir wollen die Fragen beantworten – Wie arbeitet man eigentlich als unabhängige Journalistin im Kriegsgebiet?

00:01:34: Wie hält man das aus was man dort erlebt?

00:01:36: und was passiert gerade im Libanon der Region Und natürlich auch, welche großen Pläne wir mit Spotlights noch haben.

00:01:43: Wir haben einige Stimmen aus dem Libanon mitgebracht, die ihr bisher nicht gehört habt.

00:01:47: Bei all den Fragen soll es bei Spotlights natürlich wie immer vor allem um die Menschen gehen, denen wir auf unseren Reisen begegnet

00:01:54: sind!

00:02:07: Als wir euch nach Fragen für das ursprünglich geplante Politikerinterview gefragt haben, kam sehr häufig ein Begriff vor und zwar der Doppelmoral.

00:02:17: Viele von euch wollten wissen warum Deutschland bei unterschiedlichen Konflikten mit unterschiedlichen Maßstäben zum Messen scheint?

00:02:25: Und wir haben auf unserer Reise tatsächlich jemanden getroffen, der genau diesen Vorwurf formuliert hat.

00:02:31: Mohamed ist in Deutschland aufgewachsen, er nennt es auch bis heute seine erste Heimat.

00:02:36: Trotzdem ist er erst verkürzen und das Mitten im Krieg in den Süden des Libanons gezogen.

00:02:41: Warum hier im Libanon?

00:02:43: Warum bist du hier?

00:02:43: Du hattest ja ein Leben in Deutschland, und hast dich entschieden dir hier was Neues aufzubauen!

00:02:48: Weil ich unzufrieden war an Deutschland.

00:02:52: Unzufriedend.

00:02:54: Diese Doppelmoral... Das ist für mich halb das Schlimmste gewesen.

00:02:58: Doppeln

00:02:58: moral inwiefern?

00:03:00: Dopplen moral in Hinsicht Politik, doppeln moral der Presse.

00:03:05: Doppelmoral in Hinsicht, Migrationspolitik vor allem.

00:03:10: Dass da komplett andere Sachen ausgestrahlt werden und man merkt schon den Hass gegenüber Migranten.

00:03:20: also ich mag Deutschland Ich bin aufgewachsen Deutschland ist eigentlich meine erste Heimat aber die Lage da funktioniert einfach nicht mehr.

00:03:28: Wie hast du dieses Gespräch mit Mohammed erlebt und begegnet dir dieser Vorwurf, das doppelten Standard oder der Doppelboral bei deinen Recherchen häufiger?

00:03:36: Ich fand es mit Mohammed ziemlich bemerkenswert weil wie du gesagt hast da ist jemand, der in Deutschland aufgewachsen hat bis vor Kurzem in Deutschland gelebt.

00:03:44: sagt, das ist seine Heimat und entscheidet sich trotzdem in den Süd-Liebernon zu ziehen einfach weil er von Deutschland so enttäuscht ist.

00:03:51: Und diesen Vorwurf der Doppelmoral oder Doppeltstandards oder mit zwei Leimas messen.

00:03:56: also es gibt ja all diese Worte dafür... Das höre ich immer wieder in Deutschland aber auch wenn ich im Nahen Osten unterwegs bin und die Menschen dort verfolgen auch sehr genau was Deutschland sagt und tut Und das höre ich dort immer wieder.

00:04:11: Verstehen nicht, warum Deutschland zum Beispiel bei der Ukraine so entschieden ist auf Völkerrecht pocht und während Israel trotz schwerster Völkerrechtsverletzungen weiter von Deutschland unterstützt wird und durch Rüstungsgüter und Waffen.

00:04:25: Und diese Widersprüche die da formuliert werden sind ja auch nicht eingebillet.

00:04:29: Die gibt es de facto.

00:04:30: Ich finde wir müssen uns als Deutschland schon auch fragen lassen was diese viel beschworenen Werte eigentlich wert sind, wenn wir sie nicht konsequent verteidigen.

00:04:41: Also Menschenrechte – ich weiß das ist ein kompletter No-Brainer!

00:04:44: Ich muss es trotzdem sagen – Menschenrechten gelten entweder für alle Menschen oder sie verlieren den universellen Anspruch.

00:04:51: Und Völkerrecht kann nicht nur dann gelten, wenn es unseren politischen Interessen passt.

00:04:56: Wir können nicht glaubwürdig von einer regelbasierten internationalen Ordnung sprechen und gleichzeitig bei engen Verbündeten wie zum Beispiel der israelischen Regierung andere Maßstäbe anlegen.

00:05:08: Ich finde wir sollten diesen Menschen auch sehr genau zuhören, denn wenn Menschen wie er die Deutschland als ihre Heimat betrachten Mein Vertrauen in dieses Land ist so verloren, deswegen gehe ich.

00:05:22: Dann dürfen wir hier nicht und auch die deutsche Politik nicht so eine Kritik reflexhaftig abwehren, sondern man sollte sich fragen welchen Anteil die eigene Politik und unsere öffentlichen Debatten in der Gesellschaft Anteil daran

00:05:36: haben.".

00:05:36: Genau!

00:05:36: Und Mohammed hat ja auch explizit die Presse angesprochen von der enttäuscht ist.

00:05:41: und damit kommen wir zu einer Frage, die uns als Journalistinnen selbst betrifft

00:05:46: wie ...

00:05:46: Schwierig ist es eigentlich, in Deutschland über Israel, Palästina und auch den Libanon zu berichten.

00:05:52: Ich find's super kompliziert!

00:05:54: Und das sage ich wohl nicht oder vielleicht gerade weilig seit so vielen Jahren aus dieser Region Berichte... Ich erlebe es bei kaum einen anderen Thema so sehr, dass jedes Wort auf die Goldwaage gelegt wird und das man sich auch dafür rechtfertigen muss.

00:06:06: Worüber man berichtet mit wem man spricht und warum man bestimmte Dinge zeigt.

00:06:10: Und ich erlebe auch, dass es eine unglaubliche Angst gibt, bestimmte Dingen überhaupt auszusprechen.

00:06:16: Ich erleben, dass Menschen sehr vorsichtig werden wenn das um die Kritik an der israelischen Regierung geht oder an dem Vorgehen der israelischen Armee.

00:06:24: Natürlich müssen wir Antisemitismus entschieden entgegentreten.

00:06:28: Gleichzeitig ist die Kritik an eine Regierung, an militärischen Entscheidungen und ein Völkerrechtsbrüchung Kriegsverbrechen nicht automatisch antisemitisch.

00:06:37: Diese Unterscheidung muss möglich sein – ich finde dass wir Journalisten auch selbstkritischer sein sollten, sprich welche Begriffe benutzen wir?

00:06:44: Stichwort Heßbäller Hochburg?

00:06:46: was übernehmen wir, welche Behauptungen von Kriegsparteien.

00:06:49: Warum sprechen mir bei den einen ganz klar von Terror und auf der anderen Seite von militärischen Operationen?

00:06:54: Welches Vokabular übernehmen werden wir von

00:06:56: Kriegsparteien?".

00:06:56: Für mich ist der Korridor – ich will Menschen zuhören!

00:07:00: Ich will Missstände benennen und Macht kritisch sein.

00:07:04: Und das ist mir völlig egal... ob ich mit einem israelischen, palästinensischen oder libanesischem Menschen spreche.

00:07:11: Mein journalistischer Maßstab, das was ich gelernt habe, darf niemals davon abhängen auf welcher Seite einer Grenze jemand geboren wurde.

00:07:22: Ich für mich stehe an der Seite des Menschenrechte und des Völkerrechts und das ist der einzig richtige Maßstabe.

00:07:27: Was

00:07:28: ich besonders schwierig finde, ist diese Unterteilung in schwarz-weiß gut böse Themenkomplex niemals gerecht werden kann.

00:07:36: Es kann der Historie nicht gerecht und es kann den Menschen nicht gerechht werden, und wir möchten ja genau deswegen den Fokus auf Perspektiven richten die noch nicht stattfinden oder nur ganz wenig stattfinden lieber auch eine Stimme verdienen.

00:07:48: und das heißt nicht dass für die Stimmen die bereits existieren damit diskreditieren wollen.

00:07:53: Wir wollen sie aber daneben stellen, sodass wir alle ein viel vollständigeres Bild bekommen.

00:07:58: Und ich würde mir manchmal wünschen, dass das etwas leichter möglich ist.

00:08:01: Darauf dann vielleicht auch direkt einzahlen?

00:08:04: Fragt der jemand, habt ihr für eure Berichterstattung schon Gegenwind bekommen und wie geht ihr mit dem Vorwurf um einseitig zu berichten?

00:08:11: Gegenwind bekomme ich schon lange eigentlich seitdem ich vor der Kamera stehe.

00:08:14: Ich berichte ja auch nicht erst seit gestern über in Anführungsstrichen kontroverse Themen die ich gar nicht so kontrovers finde.

00:08:21: aber das sind anderes Thema Migration AfD Neue Rechte Lieber noch in Israel, Palästina.

00:08:27: Das sind alles Themen bei denen man auch persönlich sehr schnell zur Zielscheibe wird und natürlich hat das mit meiner öffentlichen Sichtbarkeit eine ganz andere Dimension bekommen.

00:08:36: Stichwort Hassnachrichten, Beleidigungen, Morddrohungen.

00:08:38: Und ich habe schon den Eindruck dass es auch eher zunimmt dieser Gegenwind und was denn Vorwurf der Einseitigkeit angeht finde ich Eine Unterscheidung ist sehr wichtig.

00:08:46: Journalistische Objektivität bedeutet für mich nicht Dass sich gegenüber allem neutral sein muss.

00:08:53: Ich glaube ehrlicherweise niemand ist komplett neutral.

00:08:56: Ich muss sorgfältig recherchieren, ich muss Fakten überprüfen und unterschiedliche Perspektiven berücksichtigen... ...und auch meine eigenen Annahmen hinterfragen.

00:09:05: So ich muss einfach mein journalistisches Handwerk verstehen aber ich muss nicht so tun Als wären Menschenrechtsverletzungen zwei gleichberechtigte Meinungen, die ich nebeneinander stellen muss.

00:09:28: Auf der Seite der universellen Menschenrechte.

00:09:31: Ich bin auf der Seite des Völkerrechts.

00:09:34: so und wenn Menschenrechten verletzt werden, dann muss man das benennen.

00:09:37: Das ist auch Journalismus!

00:09:38: Und es ist völlig unabhängig wer ist dafür verantwortlich?

00:09:41: Und wer sind die Opfer?

00:09:42: Und ich glaube wir in Deutschland verwechseln manchmal auch Ausgewogenheit mit dem Zwang immer irgendwo eine künstliche Mitte finden zu müssen.

00:09:49: Wenn wir zum Beispiel nach Palästina gucken und das Jordanland gucken, dann handelt es sich da um einen asymmetrischen Konflikt weil die Palästenen... Nehmen wir das Versiordanland unter Besatzung leiden, dort nahezu tagtäglich von radikalen Siedlern getötet werden und sich eben nicht mit einer Armee gegen die andere Seite wehren können sondern dem ganz klar unterlegen sind.

00:10:12: Und dass es unrecht ist man benennen muss auch im Journalismus.

00:10:16: Steffi wie ist es denn bei dir wenn du dann zum Beispiel im Schnitzitz mit diesen Tonnen an Materialen, mit diesen vielen Begegnungen die wir da in diesem Material haben?

00:10:24: Und du ja auch Entscheidungen treffen musst.

00:10:27: Man kann ja nicht alles zeigen, welche Aussagen man schneidet was man zeigt und welche nicht.

00:10:32: Wie entteidest du das?

00:10:34: Das ist natürlich immer eine sehr schwierige Frage weil wir alle wissen welche Macht ein präziser Schnitt haben kann und wie wichtig Kontext ist für ganz viele Aussagen gerade in diesen sehr komplexen Themen.

00:10:46: Wir versuchen diesen Kontext immer zu erhalten, auch wenn es heißt dass unsere Folge dann vielleicht ein paar Minuten länger ist oder eine Antwort sich auch mal zieht.

00:10:55: Weil wir möchten das unsere Gesprächspartner und Partnerinnen sich repräsentiert fühlen und ihre Stimme eben nicht verfälscht wird.

00:11:02: aber natürlich überprüfen wir zum einen die Fakten auf die sich unsere Interviewpartner häufig beziehen und wir möchten zu keinem Zeitpunkt diskriminierende rassistische oder antisemitische Sprache reproduzieren und andere damit verletzen was wir produzieren.

00:11:17: Und das ist halt immer eine Abwägung und wir versuchen einfach so gut es geht, damit verantwortungsvoll umzugehen.

00:11:36: Eine Frage kam besonders häufig in unterschiedlichen Formulierungen – ich fasse zusammen!

00:11:41: Wie ist denn die derzeitige Situation im Libanon?

00:11:44: Weil… und das sagen uns auch immer wieder Leute … man bekommt Gefühl nirgendwo ... Ich sag mal ehrliche Nachrichten dazu.

00:11:52: Das ist gar nicht das Problem, dass es keine Ehrlichen sind sondern eher zu wenig.

00:11:57: Dass dann solche Länder wieder aus den Fokus geraten.

00:12:01: Ich versuche mich kurz zu halten aber ich bin froh, dass die Frage gekommen ist eben weil darüber so wenig berichtet wird.

00:12:07: Also auf dem Papier gibt es eine Vereinbarung, dass sie Kampfhandlungen eingestellt werden Aber die Realität ist eine andere.

00:12:14: nahezu tagtäglich gibt es im Süden des Libanon-Kampfhandlungen Bombadierungen Und Israel hält auch weiterhin Gebiete im Süden des Landes besetzt.

00:12:24: Die libanesische Regierung fordert natürlich ein Ende dieser Angriffe, was mich wirklich erschüttert und auch darüber wird zu wenig gesprochen ist dieses unglaubliche Ausmaß an Zerstörungen im Südlibanon.

00:12:37: die New York Times hat dazu gerade echt eine super krasse gute Recherche gemacht wo sie sagen das am Dörfern und Ortschaften im israelisch besetzten Gebiet, also auf libanesischen Boden.

00:12:52: Genauso wie das im Veseorderland passiert, wie es in Gaza passiert, dass die dort größtenteils zerstört wurden.

00:12:59: Und viele dieser Zerstörungen fanden erst statt nachdem schon sozusagen diese Waffenruhe vereinbart worden war.

00:13:05: Das wurde nicht nur eben Häuser zerstören sondern auch Schulen kritische Infrastruktur und auch andere lebenswichtige Einrichtungen der Menschen.

00:13:14: dazu kommt dass die Lebensgrundlagen gezielt zerstört werden.

00:13:19: Das ist das Ergebnis von Menschenrechtsorganisationen und es ist so, dass bis heute mehr als dreihunderttausend Menschen nicht in ihr Zuhause zurück können weil diese Gebiete besetzt sind.

00:13:29: Und genau das haben wir auf dieser Reise immer wieder erlebt.

00:13:32: Menschen, die sich nichts sehnlicher wünschen als wieder nach Hause zu können in ihre Dörfe, in ihre Städte zurückzukehren Mit der Sicherheit, dass sie dort eben nicht bombardiert werden.

00:13:42: Aber davon sind wir jetzt gerade noch weit entfernt.

00:13:45: Und wie groß die Erschöpfung der Menschen ist das haben wir auch in Nabathie selbst erlebt.

00:13:50: Das ist auch eine Stadt im Süden des Libanons, der genau von diesen israelischen Luftangriffen schwer zerstört wurde.

00:13:58: Liegt.

00:13:58: bis heute liegen ganze Straßenzüge in Trümmern und der historische Markt wird es schwer getroffen.

00:14:05: Und trotzdem versuchen die Menschen irgendwie, in Alltag da weiterzuleben.

00:14:09: Die wenigen, die verblieben sind und dort haben wir Salu getroffen, die zwischen den zerstörten Geschäften immer noch einen kleinen Kiosk

00:14:16: betreibt.".

00:14:18: Ehrlich gesagt weiß keiner ob der Krieg jemals enden wird oder nicht – bei Gott wir hoffen darauf dass er es tut und wir endlich Frieden und Ruhe haben!

00:14:27: So Gott will.

00:14:28: wir hofen darauf denn die Kriege waren genug Kriege für uns.

00:14:32: Wir haben nicht mehr die Kraft.

00:14:34: Wir sind müde,

00:14:35: sehr müde von den Kriegen.

00:14:37: Wir können einfach

00:14:38: nicht

00:14:38: mehr.".

00:14:39: Sophia was ist dir von dieser Begegnung besonders in Erinnerungen geblieben und wie können Menschen in diesen zerstörten Orten überhaupt weiterleben?

00:14:47: Also

00:14:48: was ich anfangs wirklich krass fand das war Luja erst gesagt hat hey ich habe Angst und ich will nicht mit euch sprechen weil ihr kleiner Kiosk war auf diesem kompletten am zerstörten Marktplatz wirklich noch der letzte intakte Laden drum herum.

00:15:03: ausschließlich drimmer und sie hatte sorge, dass wenn Sie uns jetzt ein interview gibt das die israelis das sehen könnten und dann auch ihr geschäft bombardiert werden würde.

00:15:12: also das ist ja schon völlig verrückter gedanke dass man angst haben muss öffentlich über sein leben die situation dort zu sprechen wenn man fürchtet dass einem dann das geschef bombardiert wird.

00:15:22: aber sie hat sich dann entschieden mit uns zu sprechen und das fand ich unglaublich beeindruckend weil wir da einerseits eine frau haben die eine reale angst hat um ihr leben angst an unseren interviews geben, aber andererseits einen ganz tiefen Wunsch in sich trägt.

00:15:36: Nicht zu schweigen und auf die Situation im Südlibanon aufmerksam zu

00:15:41: machen.".

00:15:41: Was

00:15:41: im Süden des Landes ja auch sehr präsent ist, sind zum Beispiel Flaggen der Hisbolah.

00:15:46: Eine weitere Frage aus der Community dazu war wie groß ist der Einfluss der Hezbollah im Libanon?

00:15:52: Wir haben darüber in unserer zweiten Folge mit Hannah Foss gesprochen.

00:15:56: sie ist Schiftungsmitarbeiterin und lebt in Beirut aber vielleicht können wir hier nochmal ganz kurz erklären welche Rolle spielt die Hezbola im Alltag der Menschen?

00:16:04: Und warum lässt sich Ihre Stellung im Libanon nicht allein mit Ihrer militärischen Rolle erklären?

00:16:09: Genau,

00:16:09: Folge zwei würde ich euch sehr ans Herz legen.

00:16:11: Da sprechen wir über die Hezbollah und auch über die Rolle deutscher Medien wenn es um eine Ausberichterstattung geht.

00:16:17: Ich glaube man muss verstehen dass die Hezebollah eben nicht nur eine bewaffnete Organisation ist sondern eben auch ein ganzes soziales und politisches Netzwerk ist.

00:16:27: sie sind Parlament vertreten.

00:16:28: auch das wissen glaube ich viele Leute gar nicht.

00:16:30: ja die denken es in einfach nur irgendwelche Kämpfer im Tunnel.

00:16:33: Es ist eine Partei, die im Parlament vertreten ist.

00:16:37: Die in Teilen des Landes soziale Einrichtungen unterhält und Unterstützungsstrukturen hat für die Menschen.

00:16:43: Das bedeutet nicht, dass alle Menschen, die die Angebote der Hisbollah nutzen diese Politik unterstützen.

00:16:49: Und wenn wir mal ganz aktuell auf die Rolle der Hisbola im Hier-und-Jetzt gucken, ist es so das am dreizehnten Oktober, die Hisbolah angekündigt hat Familien mit zerstörten und unbewohnbaren Häusern glaube, vierzehntausend Dollar in Beirut und bist du zwölftausend Dollar außerhalb Beiruts zu unterstützen.

00:17:08: Also das sind angekündigte Hilfen.

00:17:10: Das wurde noch nicht bezahlt aber es ist für die Menschen, die dort alles verloren haben wirklich eine enorme Summe.

00:17:16: Und das ist deshalb wichtig weil es eine politische Realität Im Libanon zeigt, die wir dort schon lange sehen.

00:17:22: Wenn die Menschen Hilfe brauchen und sie einen Staat haben, der sie nicht ausreichend versorgt, dann entsteht eine Abhängigkeit von denen, die helfen.

00:17:30: Und in dem Fall ist das eine Organisation wie die Hispola.

00:17:33: Das verschafft ihr natürlich auch gesellschaftlichen Rückhalt wenn Sie da einspringen wo der Staat den Menschen nicht hilft.

00:17:39: Auch Rückhalt bei Menschen die vielleicht die Politik oder die militärischen Handlungen der Hispala kritisch sehen.

00:17:46: Gleichzeitig gibt es auch einen großen Widerspruch zum Einen.

00:17:50: die Menschen vor dem israelischen Militär zu schützen.

00:17:53: Aber es gibt auch Teile in der Bevölkerung, die sie natürlich mitverantwortlich dafür machen, dass das Land immer wieder in diese Kriege hinein gezogen wird.

00:18:01: und ich glaube das Entscheidende was über all dem steht ist die Frage wie kann der libanesische Staat selber widerhandlungsfähig werden?

00:18:11: Wie schafft der libalnesische Staat allen Menschen im Land Sicherheit, Unterstützung und Perspektive zu geben.

00:18:18: Ohne dass vor allem eben die schiitischen Menschen im land dafür auf die hisbolah angewiesen sind?

00:18:23: ich glaube das ist die große frage.

00:18:25: Und es gibt jetzt gerade im Libanon eine große Angst, dass Alters wirklich zu inner-libanesischen Konflikten führt.

00:18:32: und was wir auch immer wieder gehört haben auf der Reise ist die Angst vor einem Bürgerkrieg.

00:18:36: Dazu passt etwas das uns Rania erzählt hat.

00:18:39: sie lebt eigentlich an einem skitisch geprägten Dorf im Süden des Libanons aus dem sie allerdings vertrieben wurde.

00:18:46: Man sagt ja dann immer Stadtteile, da ist Boller bombardiert.

00:18:49: Aber in den Stadtteilen leben Menschen.

00:18:51: Die Menschen wissen manchmal gar nicht, dass da irgendjemand

00:18:55: ist.

00:18:55: In den Häusern

00:18:56: oder in den Stadteilen das wissen die Menschen nicht und wahrlos Menschen zu bombardieren, die nichts wissen, die einfach in ihren

00:19:03: Wohnungen leben und dafür mit dem Leben bezahlen.

00:19:08: Sofia, was sagt dir diese Aussage über die Art wie wir hier in Deutschland über den Krieg im Libanon sprechen?

00:19:14: Was Rania beschreibt habe ich selbst in Beirut erlebt.

00:19:17: Ich stand das war dieses Anfang diesen Jahres am März mitten auf einer Straße wo kurz zuvor völlig normaler Alltag war.

00:19:24: da gibt es Schulen, Krankenhäuser Menschen saßen in Cafes völlig normal er Tag inmitten in Beyrut und dann kam über Social Media die Warnung dass es einen israelischen Luftangriff geben soll.

00:19:34: Die menschen völlig panisch innerhalb von drei.

00:19:42: Ich stand maximal dreihundert Meter weit weg.

00:19:44: Ich habe es mit eigenen Augen gesehen, dieser laute Teil, diese gerauchwolke und völlige Panik auf der Straße.

00:19:52: Und wenig später nehme ich mein Handy in die Hand und lese die ersten Meldungen deutscher Medien unterstand natürlich Angriff auf Hispola Hochburg, Hispolas Ziel wurde angegriffen.

00:20:06: Ich war mitten im Beirut stand, dass selber mit eigenen Augen gesehen und erlebt habe um wie ich mich geärgert hab.

00:20:11: Weil... Ich stand erst mal in einem Wohngebiet, wo auch völlig normale Menschen leben.

00:20:17: Und ob das angegriffene Gebäude dann tatsächlich militärisch von der Hisbollah genutzt wurde, konnte ich vor Ort nicht überprüfen und ich dachte mir so hey wie können denn die Medien in Deutschland das Wissen und Zweifelsfrei so behaupten wenn es überhaupt noch nicht geklärt ist?

00:20:33: Genau da sehe ich dieses journalistische Problem.

00:20:36: Eine israelische Armee erklärt, wir haben einen Hisbollah-Ziel angegriffen.

00:20:40: Ist das einfach nur die Aussage einer Kriegspartei?

00:20:44: Keine unabhängig bestätigte Tatsache und es gilt nicht nur für die israelischen Armee.

00:20:49: Das gilt für alle Konfliktparteien und genau deswegen können wir nicht solche Behauptungen als Tatsachen in Überschriften packen.

00:20:57: Und zum anderen führt diese Sprache dazu so was wie Hisbollah Hochburg dass die Menschen, die dort leben verschwinden und man nur noch an eine bewaffnete Organisation denkt.

00:21:08: Und das kann natürlich auch beeinflussen, wie wir hier in Deutschland diese Angriffe und auch das Leid der Zivilbevölkerung wahrnehmen.

00:21:15: Deswegen bedeutet für mich Journalismus und auch journalistische Sorgfalt gerade in solchen krisenhaften Regionen zu sagen wenn man etwas nicht weiß nicht sicher recherchieren kann und das dann auch den Lesern und Zuschauern genauso mitzuteilen.

00:21:32: Ich empfinde es als ein unfassbares Privileg, mit Menschen mit Ranja vor Ort sprechen zu können weil sie auch jemand ist der uns da sehr ehrlich den Spiegel vorherhält und sagt hey ich finde das schwierig wie ihr in deutschen Medien berichtet oder wie wir auf Hisbollah Hochburgen reduziert werden.

00:21:46: Sie hat uns aber auch gesagt und das ist mir auch total im Kopf geblieben was denn Menschen vor Ort eigentlich wichtig ist.

00:21:55: Wir wollen die Menschen zurückgehen, wenn sie nichts haben.

00:21:59: Und trotz alledem sagen sich ganz viele Libanesen und ganz vielen Menschen aus dem Süden wir gehen zurück auch wenn wir in einem Zelt schlafen.

00:22:07: Kenne ich ganz viele Menschen, die würden das auch machen.

00:22:10: aber es wichtigste ist dass wir zurückgehen können Auch wenn wir im zeltschlafen.

00:22:16: Trotz Alledem wir wissen dass wir in diesem Zelt sicher sind

00:22:19: und

00:22:19: nicht nachts aufstehen vom Bombenhakel.

00:22:24: Das ist das Wichtigste.

00:22:27: Wenn du das hörst, was müsste denn eigentlich passieren damit Menschen wie Rania wieder ein normales Leben führen können?

00:22:34: Ich wünschte ich könnte jetzt irgendwas Tolles und Positives sagen.

00:22:39: Die Realität ist nicht so.

00:22:41: Ich glaube dass es sehr schwierig ist, dass die Menschen dort bald wieder in Frieden leben können.

00:22:45: Wie gesagt Gebiete sind weiterhin besetzt, es gibt weiterhin Kampfhandlungen in der Region.

00:22:51: Was mich besonders erschüttert hat ist das selbst der israelische Verteiligungsminister öffentlich gesagt hat im Juni dass zwei hunderttausend Menschen nicht in ihre Heimat zurückkehren würden.

00:23:03: also er spricht über die Libanesen Also Menschen die dort geboren wurden.

00:23:07: Das ist deren Heimat, das ist deren Land, der Familie in der Zeit Generation ein Leben.

00:23:12: und MNIST International spricht selber wenn es um diese Regionen geht von großflächigen Vertreibungen und von diesen Rückkehrverboten als mögliche Kriegsverbrechen.

00:23:23: Und ich finde, darüber sollten wir mehr sprechen.

00:23:25: Es gibt natürlich auch auf der anderen Seite diplomatische Verhandlungen aber ein Abkommen auf dem Papier das wir immer noch nicht wirklich haben bedeutet eben keinen Frieden und solange es weiterhin diese illegale Besatzung gibt und die Entwaffnung keine dauerhafte Sicherheit für den Menschen dort geben.

00:23:46: Und selbst wenn morgen die Waffen schweigen würden, was super unrealistisch ist wäre das Leben der Mensch ja nicht ab dem Moment plötzlich wieder normal.

00:23:54: Die Existenzgrundlage ist komplett weg und wie gesagt der libanesische Staat steckt ja selber in einer super krassen wirtschaftlichen Krise und ich denke ohne eine wirklich dezidierte internationale Unterstützung Kann ein Wiederaufbau eigentlich kaum zu schaffen sein?

00:24:11: Da

00:24:11: habe ich direkt eine Anschlussfrage aus der Community, die das Thema Sicherheit betrifft.

00:24:16: Die ich auch persönlich ganz wichtig finde.

00:24:17: Weil wir da tatsächlich noch wenig Fokus draufgelegt haben ... Sie betriften die Schwächsten im Krieg nämlich was passiert mit Kindern, die durch den Krieg ihre Eltern verloren haben?

00:24:28: und gibt es im Libanon Kinderheime oder andere Einrichtungen, die sich kümmern um diese Kinder?

00:24:33: Auch

00:24:33: da leider nicht die schönste Antwort.

00:24:36: also ich hab mal ein bisschen Zeit nachgeguckt aufgrund dieser Frage und die Dimension ist wirklich super erschütternd.

00:24:42: Allein seit dem zweiten März bis Mitte Juni wurden laut UNICEF im Lieber-Nord-Zweihundert-Siebenundvierzig Kinder getötet und knapp ein Tausend verletzt, das sind durchschnittlich zwölf Kinder jeden Tag Und UNICEV geht davon aus dass rund siebenhundertsebzig Tausend Kinder unter erheblichen psychischen Belastungen durch Gewalt, durch Verluste und Durchvertreibung leiden.

00:25:11: Wie viele Kinder tatsächlich ihre Eltern verloren haben wissen wir nicht genau.

00:25:15: da gibt es keine belastbaren Gesamtzahlen wenn das um Kriegsweisen geht.

00:25:19: aber safety children also die kinderhilfe station verort berichtet auch von Kindern während der Angriffe und auf der Flucht von ihren Familien getrennt wurden.

00:25:29: Und zu der zweiten Frage, lieber noch ist es kulturell ein bisschen anders als bei uns.

00:25:33: da spielt die Großfamilie natürlich eine sehr wichtige Rolle also Kinder deren Eltern gestorben sind.

00:25:38: die werden dann sehr häufig vom Großeltern von Tanten von Onkeln usw.

00:25:43: aufgenommen.

00:25:44: Es gibt dort natürlich auch Kinderheime und Einrichtungen zum Beispiel von religiösen Trägern wie auch bei uns.

00:25:50: es gibt Hilfsorganisationen aber jetzt so wir bei uns in Deutschland flächendeckendes staatliches Pflegesystem, das gibt es dort in dieser Form nicht.

00:26:00: Der Krieg fordert ja nicht nur Menschenleben sondern er ist ja auch super disruptiv was den Alltag angeht.

00:26:08: und was bedeutet es denn für Kinder wenn sie nicht nur Angehörige verlieren ganz lange Zeit nicht mehr regelmäßig die Schule besuchen können.

00:26:17: Naja, also es ist ja wie bei uns Schule jetzt nicht nur Unterricht.

00:26:20: Also Schule ist Freundschaften, Sozialisation und das ist natürlich ein Ort wo man auch einfach mit anderen Kindern Kind sein kann.

00:26:30: Gerade wenn Kinder Angehörige verloren haben und aus dem Zuhause fliehen mussten, ist die Schule ja eine super wichtige Konstante auch in dieser Entwicklung.

00:26:38: Und wir reden hier auch über ein enormes Ausmaß.

00:26:41: Stand September zwanzig sechsundzwanzig wurden im Libanon vierhundertsechsunddreißig Bildungseinrichtungen beschädigt und siebenund dreißig vollständig zerstört.

00:26:51: Es bedeutet dass viele Kinder eben nicht nur ihr Zu Hause verloren haben sondern auch diesen Ort an dem Sie lernen können und ihre Freunde treffen können und das langfristige Folgen für die Bildung hat.

00:27:02: Also wenn ich monatelang, im schlimmsten Fall jahrelang nicht zur Schule gehen kann dann verliere ich den Anschluss und gerade die Kinder aus Armenfamilien sind da viel viel risikoberhafter, dass sie dann irgendwann gar nicht mehr zurück in die Schule gehen können sondern was im Libanon auch sehr verbreitet ist arbeiten gehen

00:27:18: müssen.".

00:27:19: Du

00:27:19: hast grad von UNICEF uns Save the Children gesprochen und uns haben tatsächlich viele gefragt wie Sie helfen können?

00:27:24: Und ob wir Organisationen persönlich kennengelernt haben, deren Arbeit wir empfehlen können?

00:27:29: Mir sind persönlich ehrlicherweise gerade diese kleineren lokalen Initiativen unglaublich wichtig.

00:27:35: Weil es oft auch die Menschen vor Ort sind, die ganz genau wissen welche Familien gerade Unterstützung brauchen und wo die Hilfe am dringendsten nötig ist.

00:27:44: Ich tue mich immer so ein bisschen schwer.

00:27:45: ich hätte das auch oft gefragt wie kann man helfen.

00:27:48: wen kannst du empfehle ich finde dass auch eine große Verantwortung dann zu sagen gebt doch da und da und das Geld hin.

00:27:53: Es gibt aber eine Organisation wo ich sagen kann, hey die kann ich auf jeden Fall empfehlen.

00:27:58: Weil ich sie persönlich kenne und deren Arbeit kenne das ist vielleicht kennt der eine oder andere sie Joana Hasun.

00:28:03: Joana hasun ist Deutsch-Palästinenserin es auch super viel in Gaza tätig mit ihrer Organisation TransAgency aber hat auch enge Verbindungen zum Libanon ist dort auch selber groß geworden mit ihre Familie und die leisten dort auch humanitäre Nothilfe für die Menschen im Libanonn die von Krieg betroffen sind.

00:28:22: genau.

00:28:22: aber grundsätzlich finde ich's auch immer gut persönliche Kontakte zu nutzen, um zu schauen welchen Initiativen vor Ort gerade Unterstützung brauchen.

00:28:30: Aber natürlich hat nicht jeder solche Kontakte.

00:28:33: das heißt wenn ihr noch irgendwas empfehlenswertes kennt schreibt uns das gerne stelle uns das vor und dann kann ich mir das auch nochmal genauer anschauen und je nachdem auch nochmal darüber ein Posting machen wie man am besten unterstützen kann oder?

00:28:45: Absolut

00:28:46: macht es sehr gerne.

00:28:47: wir haben uns auf jeden Fall über die Frage gefreut und freuen uns immer darüber dass Leute vorab unterstützen wollen.

00:28:57: Ich hoffe, der Podcast gefällt euch bisher her.

00:29:00: Spotlight steht für unabhängigen Journalismus heißt wir berichten frei von Quoten und Klicks und in kompletter Eigenregie!

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00:29:35: Wir freuen uns über eure Unterstützung – Ganz egal wie die aussieht.

00:29:39: Und jetzt

00:29:40: zurück

00:29:40: im Libanon

00:29:54: Wer steckt eigentlich hinter Spotlights?

00:29:56: Denn was viele vielleicht nicht wissen wir machen dieses Projekt tatsächlich nur zu zweit.

00:30:00: Also es sind nur die beiden Leute die hier seht oder hört.

00:30:03: Und was auch häufig gefragt wurde ist, woher kennen wir uns eigentlich?

00:30:07: Also wie ist die Idee entstanden gemeinsam Spotlights zu machen.

00:30:11: Also kurz gefasst – Wir kennen uns durch unsere journalistische Arbeit!

00:30:14: Wir waren gemeinsam schon viel unterwegs in der Ukraine.

00:30:16: Wir haben über Demonstrationen berichtet und bei vielen verschiedenen Recherchen dieser Art zusammengearbeitet.

00:30:22: Das heißt, wir kennen uns beide ganz gut in Situationen, denen es durchaus stressig und auch mal kritisch werden kann.

00:30:29: Ich glaube, wir haben da einen ähnlichen journalistischen Anspruch Und ich hatte schon länger den Wunsch, ein eigenes journalistisches Projekt aufzubauen bei dem man eben Themen selber setzen kann und bei denen man Geschichten so erzählen kann wie man es für richtig hält ohne ständig überlegen zu müssen ob er sich gerade wirtschaftlich darstellen lässt.

00:30:47: Ob es irgendwelchen Klicklogiken entspricht oder eine super krasse Quote bringen wird sondern auf Themen setzen die wir für wichtig sind und die davon unabhängig sind.

00:30:57: Irgendwann war dann die Überlegung, warum machen wir das eigentlich nicht gemeinsam?

00:31:01: Weil wir uns kennen, weil wir uns vertrauen ... Ich glaube auch mit unseren Kompetenzen und Erfahrungen super gut ergänzen.

00:31:08: Und daraus ist es Spotlights entstanden!

00:31:11: Also ich weiß noch damals bin in eine Firma gekommen wo wir beide gearbeitet haben.

00:31:17: Dann war das erste Telefonat was wir geführt haben und es sollte um Afghanistan gehen.

00:31:20: Das sollte ich mit dir recherchieren.

00:31:22: und also unser erstes Thema war tatsächlich schon eines der komplexesten, was man vielleicht so journalistisch aufarbeiten kann.

00:31:28: Da möchte ich auch sagen wir sind nicht nur journalistisch-kompatibel sondern auch freundschaftlich und das ist gerade schon angesprochen.

00:31:33: Das ist dir auch wichtig wahr?

00:31:34: unabhängig und was Eigenes anzubieten.

00:31:37: eine Frage aus der Community war auch Was unterscheidet den Spotlights von den anderen vielen journalistischen Angeboten?

00:31:43: Also ich würde es gar nicht behaupten dass wir alles anders machen als alle anderen.

00:31:46: Es gibt da draußen viele großartige Kollegen die auch hinschauen und die auch wichtige Geschichten erzählen aber Wir wollen uns bewusst auf die Menschen konzentrieren, die hinter diesen großen Schlagzahlen oft unsichtbar bleiben.

00:31:59: Und wir wollen auch länger dranbleiben und das ist mir in der Arbeit super wichtig, dass man nicht nur einmal schnell irgendwo hingeht sondern im besten Fall immer wiederkehrt.

00:32:09: und wir wollen mit Spotlights auch nicht diesen reinen Betroffenheitsjournalismus machen.

00:32:14: also es ist nicht so, persönliche Geschichten erzählen, die alleine reichen nicht aus.

00:32:18: Ich glaube es ist ganz wichtig auch die Zusammenhänge zu erklären, auch Machtverhältnisse zu hinterfragen und uns auch kritisch mit der Rolle unseres Heimatlandes also Deutschland zu beschäftigen weil diese Krisen und Kriege ja oft nicht im luftlernen Raum passieren sondern auch viel mit westlicher Politik zu tun haben.

00:32:37: Und eine ganz große Frage wie finanzieren wir das Ganze eigentlich?

00:32:41: Weil wir können ja nicht einfach auf eigene Kosten ständig die Welt reisen.

00:32:44: steht ihr Irgendjemand hinter uns.

00:32:47: So bislang reißen wir auf eigene Kosten durch die Welt, aber ja das ist die größte Herausforderung für dieses Projekt weil auch gerade Auslandsreisen, Recherchen superaufwendig und teuer sind.

00:32:57: man braucht lokale Mitarbeiter Übersetzer Man muss von A nach B kommen in Unterkunft im besten Fall Sicherheitsvorkehrungen Die Technik, die Produktion.

00:33:07: Es kostet schon richtig viel Geld Und es ist schon echt eine ziemlich große wilde Nummer würde ich sagen.

00:33:14: Und uns ist ja gleichzeitig wichtig, einen Journalismus für alle zu machen.

00:33:18: Also dass es nicht hinter irgendeiner Bezahlschranke ist sondern das alle Menschen darauf zugreifen können kostenlos weil es Themen sind die alle was angeht und wo man glaube ich keine Klassenunterschiede machen soll.

00:33:30: dann sagen nur der der besonders viel Euro im Monat geben kann kann diese Journalismus konsumieren.

00:33:36: Das heißt wir setzen komplett auf freiwillige Spenden und die Unterstützung unserer Community.

00:33:42: Aber ich will jetzt auch nicht alle Fragen hier beantworten.

00:33:44: Steffi, bei dir ist es ja so dass du meistens hinter der Kamera bist und vor allem auch sehr viel schneidest das ganze Material, das wir da vor Ort produzieren.

00:33:53: was machst Du denn als Producerin alles?

00:33:55: Und wieviel Arbeit steckt ihr dahinter bevor überhaupt so eine Folge erscheinen kann?

00:33:58: Vielleicht magst Du das einmal kurz erklären!

00:34:01: Sehr gute

00:34:01: Frage was eigentlich so ne Producerin macht.

00:34:03: im Grunde sind so vier und ich hab beide Prodüsterinnen unseres Projekts heißt.

00:34:07: Wir tragen Beide inhaltliche Verantwortung überlegen beide wo es als nächstes hingeht wie und welche Themen wir besprechen, auch welche Gäste wir in den Podcast einladen.

00:34:16: Ich bin darüber hinaus aber viel mehr für die Infrastruktur im Hintergrund verantwortlich also Technik, Equipment, Datenpflege und natürlich ist ein großer Teil meiner Arbeit vor Ort zu drehen und dann der Schnitt unserer Podcast folgen.

00:34:29: Den Rest teilen Sophia und ich uns eigentlich Fifty-Fifty und das ist gut so weil hinter so einer Folge steckt halt so viel Arbeit und vor allem mit der Social Media Begleitung, dass es manchmal mehr als man denkt.

00:34:39: Wir müssen vorgesprächen für einen Wieser und Genehmigung einholen, die Reise mit vielen verschiedenen Stationen und Transporten auch planen.

00:34:46: Das ist manchmal gar nicht so leicht in den Gebieten, in denen wir sind.

00:34:50: Und da stecken beim Fernsehen zum Beispiel wo wir beide ja herkommen normalerweise zwei ganze Abteilungen hinter, die das organisieren.

00:34:56: Du sagst,

00:34:56: da stehen zwei ganze Ersteilung im Fernseh dahinter.

00:34:58: bei uns sind es zwei ganze Personen nämlich du und ich um was er jetzt noch dazu kam dass wir in eine Region gereist sind, die für dich völlig neu war.

00:35:06: Du warst vorher noch nie im Libanon.

00:35:08: Mit welchem Bild bist du denn hingefahren und hat sich das eventuell auch verändert, nachdem du jetzt selbst dort gewesen bist?

00:35:15: Auf jeden Fall hat sich mein Bild verändert.

00:35:16: Den Libanon kannte ich glaube für viele Menschen meist nur aus den Schlagzeilen und dann auch im Zusammenhang mit Krieg und Konflikten aus der Region.

00:35:25: Und es wirkte dabei für mich immer meist wie so ein unfreiwilliger Mitspieler an der Seitenlinie Und natürlich war auch grob, die Hispola ist einem ein Begriff, wenn man im Journalismus arbeitet.

00:35:37: Mein Bild war aber wirklich sehr, sehr abstrakt.

00:35:39: Jetzt wo ich im Vorfeld die Geschichte des Landes recherchiert habe und vor allem mit so vielen Menschen vor Ort gesprochen hab, ist mir der Lieber nun wirklich, wirklich ans Herz gewachsen.

00:35:49: Das sag' ich gar nicht leichtfertig weil... Ich war schon in so vielen Ländern auf der Welt und auch in Ländern, die eine sehr bewegte Geschichte hinter sich haben.

00:35:59: Lieber nun wirklich die Erschöpfung an und manchmal einfach nur, weil sie nicht mehr die Kraft für Traurigkeit zu haben scheint.

00:36:07: Sondern in so ein Pragmatismus fallen.

00:36:10: und in Köln wo ich lebe sagt man et küt wird küt.

00:36:14: und ich glaube viele dann lieber Nesen haben genau das auch schon so für sich akzeptiert.

00:36:19: Und damit habe ich mich so wirklich gerechnet hat mich irgendwie überrascht.

00:36:23: Das andere war halt eben die Offenheit und die Herzlichkeit, die uns wirklich an jeder Ecke begegnete.

00:36:28: Ich verstehe natürlich jeden der erst mal skeptisch ist wenn wir da mit der Kamera und unserem Equipment irgendwie auftauchen.

00:36:35: aber wir wurden wirklich sehr lieb überall empfangen und gefragt wer wir sind und was wir machen und das ist das was mir glaube ich für sehr lange Zeit jetzt in den Sinn kommt.

00:36:44: wenn nicht das Wort lieber noch irgendwo.

00:36:45: höre es eigentlich auch eine ganz gute Überleitung, weil wir haben natürlich auch nicht nur schöne Sachen im Libanon erlebt.

00:36:52: Wunach wie auch häufig gefragt wurden ist, wie wir mit den Situationen vor Ort umgehen?

00:36:57: Weil wir sind ja sehr häufig und diesmal auch wieder in sehr unsicheren Gebieten unterwegs Und eine Zuschauerin hat ganz konkret gefragt Liebe Sophia Wie schaffst du es vor Angst nichts selbst zu erstarren?

00:37:08: Ich würde

00:37:09: sagen dass ich in den meisten Situationen keine Angst habe wenn etwas punktuell ist aber ich hab ne große Portion Respekt und das ist für mich ein großer Unterschied Weil ich habe für mich gelernt, dass Angst mich leben kann.

00:37:21: Aber Respekt dafür sorgt, dass ich aufmerksam bleibe und auch hoffentlich kluge Entscheidungen in Extremsituationen treffe.

00:37:29: Ich bin jetzt ja auch kein Adrenalin-Chunky also ich fahre jetzt nicht in Krisengebiete weil ich Nervenkistel brauche sondern weil ich über Menschen berichten möchte die dort leben.

00:37:38: Ich glaube super wichtig ist das man sich auch nicht überschätzt und dass man checkt, dass es einfach Situationen gibt, die man nicht kontrollieren kann.

00:37:47: Ich habe für mich oder versuchte es auch jedes Mal, mich immer einmal mit mir hinzusetzen und zu sagen hey Sofia was ist der worst case?

00:37:54: Was könnte passieren.

00:37:55: Und dann muss man ehrlich sein wenn man zum Beispiel an die ukrainische Front fährt dass der worstcase ist zu sterben.

00:38:01: so das klingt jetzt irgendwie hart aber das ist halt die Realität.

00:38:04: im Krieg bin ich bereit dieses Risiko einzugehen.

00:38:07: Bin nicht mir dessen bewusst Und wenn man sich dann dafür entscheidet, dann finde ich sollte man vor Ort das auch einfach durchziehen.

00:38:14: Eine gesunde Portion Respekt haben Menschen an der Seite haben die man vertrauen kann und ja Augen zu und durch

00:38:21: Dazu eine Folgefrage direkt im Anschluss.

00:38:24: Du sagst, das ist sehr gefährlich?

00:38:26: Wie bereitet man sich dann auch so in einer Reise vor und wann es für dich und uns der Punkt erreicht an dem du sagst Nein hier gehen wir nicht weiter.

00:38:33: Das ist vielleicht zu gefährlich.

00:38:34: Es sind gute Fragen weil es gibt keine klare Antwort wenn ich ehrlich bin.

00:38:38: Es kommt darauf an.

00:38:40: also im Idealfall ist man bereitet sich super gut vor.

00:38:43: Man beschäftigt sich mit der Sicherheitslage Wer fütter warum Krieg wie Wosen welche militärischen Bewegungen, was sind die Risiken?

00:38:52: Wie wird mit Tonnalisten umgegangen.

00:38:54: Da kann man und muss man eigentlich sehr viel recherchieren.

00:38:57: Man braucht gute Kontakte, lokale Helfer aber das ist der Idealfall.

00:39:03: Die Realität ist natürlich oft so dass Situationen innerhalb von wenigen Stunden oder Tagen eskalieren.

00:39:08: denken wir in Ukraine Russland also dieser Überfall der Ukraine, den haben viele nicht kommen.

00:39:14: Auf einmal ist der Krieg da und dann ist es nicht mehr viel Zeit zu sagen jetzt mache ich erstmal ein Monat hier Sicherheitstraining und Recherche und evaluiere die komplette Situation sondern muss man sich auch entscheiden relativ schnell und das ist natürlich ein Risiko.

00:39:29: aber was mir glaube ich bei dem Punkt noch super wichtig ist ist die Grenze die ich für mich ziehe also betrifft natürlich mein eigenes Leben, dass ich mich so sicher wie möglich bewege in konflikthaften Regionen.

00:39:43: Aber die Menschen mit uns arbeiten, die uns vor Ort helfen – das sind meistens lokale Journalisten und Producers -, dass sie nicht ihr Leben für uns riskieren weil wir unbedingt eine Geschichte erzählen wollen.

00:39:57: und ich glaube da muss man auch Bereitschaft haben, auch mal eine Recherche abzubrechen, auch immer schon viel investiert hat.

00:40:02: Weil man sollte weder das eigene Leben leichtfertig aufs Spiel setzen noch das Leben anderer Menschen

00:40:07: sehen.

00:40:08: genauso kann ich auch eigentlich nichts hinzufügen.

00:40:10: es kam nämlich noch eine frage die eigentlich auch in uns beide gerichtet ist wie ertragen wird denn abgesehen von der gefahr dass leid das uns bei unseren recherchen oft begegnet

00:40:21: wie geht's dir damit?

00:40:22: das leid ist schon schwer zu ertagen und manchmal hält man es eben auch nicht aus.

00:40:27: Da sickert einem das dann einfach in die Seele und ich glaube, wenn man in diesem Job seine Menschlichkeit nicht verlieren will, dann ist es auch okay und dann ist etwas ähnlich wie die Gefahr was man einfach akzeptieren muss Und ich glaube aber es gibt einem auch Perspektive und dass nicht nur für sein eigenes Leben vor allem für die Welt in der wir leben.

00:40:47: Ich glaube, es ist sehr wichtig für uns alle mit Menschen zu umgeben die nicht aus der eigenen Bubble sind.

00:40:52: Die ganz andere Leben führen und vor allem auch führen müssen um seine eigenen Ansichten und seine Festgefahrenheit manchmal auch hinterfragen zu können Um halt eben mehr Verständnis für andere und die Situation anderer aufzubringen.

00:41:05: Und ganz pragmatisch, was mir ganz häufig hilft ist tatsächlich die Kamera, die ich zwischen mir und den Protagonisten habe.

00:41:13: Weil das mag vielleicht komisch klingen aber es hilft mir in der Situation einfach sehr dass meine Aufgabe für den Moment ist das Bild einzufangen zu schauen dass der Ton sauber ist überlegen wann ein Schwenk sinnvoll ist weil wir sind ja meist mit einer Kamera vor Ort und wenn man dann Schnittbilder holen muss dann halt immer eine Situation und wenn es die Situation vor allem zulässt.

00:41:33: Und das schafft mir tatsächlich psychologisch in den Momenten ganz gut Distanz, und ganz häufig kommen die schlimmen Sachen dann erst später bei mir an.

00:41:42: Es hilft wirklich sehr jemand an der Seite zu haben, der die gleichen Erfahrungen macht mit dem man sich austauschen kann.

00:41:48: Und du Sophia?

00:41:49: Für mich ist es auch so, ich will Mitgefühl haben.

00:41:52: Ich will Empathie haben und wenn ich es irgendwann nicht mehr fühlen würde, dann wäre das für mich eher ein Punkt wo ich sage, da ist das auch nicht mehr der richtige Beruf für mich.

00:42:01: Das ist für mich schon wichtiger Gradmesser!

00:42:02: Ich will nie zynisch sein, ich Will nie nichts mehr fühl'n Wenn mir solche Menschen gegenüberstehen.

00:42:08: Womit ich so immer hardere ist diese Ohnmacht?

00:42:11: Ich weiß noch genau als ich paar Monate nach dem siebten Oktober in Israel um Palästina war und dann im Flugzeug gesessen bin, auf dem Rückweg.

00:42:19: Das ist der erste Moment, wo alles von einem Abfall, weil vorher ist es nur funktionieren.

00:42:23: Man ist zwar mit diesem Leid konfrontiert aber man funktioniert, funktioniert, drehen, Interviews eins nach dem anderen von früh bis spät Material überspielen.

00:42:33: Und ich saß an diesem Flugzeug und dann sind diese ganzen Erinnerungen, die Begegnungen so richtig in mich reingefahren und ich habe einfach so geweint Ich saß in diesen Flugzeugen und hab einfach so gewöhnt Ohnmächtig gefühlt habe und ja auch so mitgefühlt hab.

00:42:49: Und um Gottes Willen, ich bin jetzt nicht die Arme, die weinen musste weil sie so viel Mitgefühl hat bitte nicht falsch verstehen.

00:42:55: es ist nur so dass ganz oft erst wenn man dann rausgeht aus der Situation überhaupt erst der Raum dafür da ist zu verstehen was man da gesehen hat erlebt hat und auch dieses Leid überhaupt zu realisieren.

00:43:10: Das ist bei mir bis heute so und ich will auch das immer so bleibt.

00:43:14: Eine Situation, wo ich ein ähnliches Gefühl hatte war als wir mit Alisa Ferdine gesprochen haben.

00:43:22: Ihr erinnert euch vielleicht an ihn aus der ersten Folge.

00:43:26: Er ist der Mann, der unermüdlich seit Jahrzehnten beim libanesischen Zivierschutz arbeitet und während Sophia mit ihm über seine Arbeit gesprochen hat kam natürlich auch das Thema auf welche Verluste er im Krieg schon erlitten hat.

00:43:44: Ich war schon damals beim Zivierschutz, als der Krieg im Jahr two-thausend sechs losbrach.

00:43:49: Wir waren zu Hause und ich habe meine Tochter und meine Frau zur Zentrale des Zivierschutzes gebracht damit sie dort sicherer und geschützter sind.

00:43:57: aber es gab einen Luftangriff auf die Zentrale.

00:43:59: Meine Tochter kam bei dem Angriff ums Leben.

00:44:02: Meine Frau wurde schwer verletzt und lieb lange im Krankenhaus auf der Intensivstation in Koma.

00:44:09: Ich will weiter humanitäre Hilfe leisten, egal was es kostet.

00:44:15: ich bin so müde mental emotional und körperlich aber ich werde bleiben.

00:44:21: Ali hat nicht nur seine Tochter verloren sondern er lebt bis heute immer wieder was dieser Krieg mit Menschen macht.

00:44:27: Sophia auch eine Frage von unserer Community Wie gehst du mit solchen Begegnungen um?

00:44:33: Wenn dir jemand so persönliche und auch oft so schmerzhafte Dinge anvertraut, was machst du mit all dem.

00:44:40: Und was nimmst du für dich?

00:44:41: Ich glaube, man muss sich das einmal kurz vergegenwärtigen.

00:44:44: Da ist ein Mann der ... Alles tut um seine Frau und seine Tochter zu schützen, sie an einen Ort bringt wo ihr sie in Sicherheit glaubt.

00:44:52: Und dann genau dort eine Tochter getötet wird.

00:44:55: also diese Vorstellung dass du als Elternteil alles versuchst um deine Familie zu schützen und an Ende genau das passiert was du verhindern wolltest einfach unfassbar grausam.

00:45:06: und angesichts dessen dass er so eine Grausamkeit erlebt hat, find ich so bemerkenswert.

00:45:11: Dass jemand wie er und auch so viele andere Menschen da draußen in dieser Welt uns einen Vertrauen entgegenbringen.

00:45:17: Man kommt dorthin, man ist ne völlig Fremde, stellt teilweise wirklich private intime Fragen und kriegt Einblicke in den schmerzhaftesten Moment eines anderen Menschen.

00:45:29: Genau das is der Kern was wir mit Spotlights machen wollen.

00:45:33: Menschen sichtbar machen in allen Facetten und zu verstehen, dass Menschen nicht nur Opfer in diesem Krieg sind sondern eben auch Helden sind die anderen helfen.

00:45:45: Auch wenn das jetzt ein bisschen pathetisch klingt, aber so empfinde ich es.

00:45:48: Instagram hat noch eine Nutzerin gefragt Wie ist das eigentlich nach einer krassen Reise wieder nach Deutschland zurückzukommen und plötzlich wieder im ganz normalen Alltag zu sein?

00:45:59: Magst du mal was dazu sagen Steffi?

00:46:00: Sehr gerne!

00:46:01: Wir hatten unsere ersten Folge darüber gesprochen wie schnell man sich daran gewöhnt Zerstörung überall zu sehen.

00:46:07: Leider oder glücklicherweise geht mir es auch genauso, wenn ich wieder nach Hause komme.

00:46:11: Weil der Mensch ist am Ende ein Gewöhnungstier und dann passt sich super schnell wieder an seinen eigenen Lebensraum an aber... Natürlich vergisst man nichts und ich habe auch oft ganz lange nach unseren Reisen noch viel Dankbarkeit in mir, welche Möglichkeiten und Privilegien ich hier in Deutschland genieße.

00:46:29: Weil ich liege abends dann wieder sicher in meinem Bett.

00:46:31: Ich muss nicht auf Sirenen hören oder mein Handy checken ob gerade Angriffe geflogen werden.

00:46:38: Ich sehe auch bei mir in der Nähe eine Schule, ich seh ganz viele Kinder die zur Schule gehen oder auf dem Spielplatz spielen und lachen und unbeschwert sind.

00:46:45: Und die einfach keine Angst haben oder schweren Hunger leiden.

00:46:49: Wir haben sehr viel Glück in Deutschland auch wenn hier nicht immer alles rosig ist.

00:46:53: aber ja dieses Gefühl versuche ich mir so lange es geht zu erhalten Weil ich das eben auch nicht vergessen möchte.

00:47:00: Wir haben jetzt sehr viel über Krieg und Zerstörung und Leid gesprochen, aber eine Nachricht aus der Community fand ich besonders schön.

00:47:08: Ich lese ihr euch kurz vor.

00:47:09: Da ich den Libanon so sehr ins Herz geschlossen habe, interessiert mich eigentlich alles über dieses wunderschöne Land.

00:47:15: Was ist denn der Libanonn für dich jenseits des Krieges, liebe Sophia?

00:47:19: Was sollten unsere Hörerinnen und Hörern unbedingt über dieses Land wissen?

00:47:22: Wie viel Zeit haben wir?

00:47:24: Nicht

00:47:24: mehr soviel!

00:47:25: Okay, ich versuche es kurz zu fassen... Was ich am Libanon so liebe ist, oh Gott okay.

00:47:30: Wie lebendig die Menschen sind wie spontane Menschen sind und wie du das Leben dort führen kannst.

00:47:34: Du kannst morgens einen Kaffee in Beirut trinken Und nachts mit zwei Menschen auf einmal zusammensetzen, die du voll noch nie getroffen hast.

00:47:41: Du hast einen völlig gewöhnlichen Tag und am Ende passiert etwas völlig unerwarteter.

00:47:46: So erlebe ich mein Leben im Libanonn immer und es auch eine Art zu leben bei den Libanesen Echt sehr, sehr mag die auch eher so ein bisschen undeutsch ist glaub ich.

00:47:55: Und dann ist der Libanon ein Land voller Gegensätze, die manchmal echt schwer zu begreifen sind.

00:48:00: auf der einen Seite hast du eine unglaublich kreative Kunst- und Musikszene, krasse Restaurants, echt auch teure Hotels.

00:48:08: Du hast junge Menschen, die super kreativ sind, super viele Ideen haben und gleichzeitig kämpfen genau diese Menschen jeden Tag mit Stromausfällen das sie nicht wissen wie es wirtschaftlich weitergeht wovon sie leben sollen der einfach die grundlegendsten Aufgaben nicht erfüllt.

00:48:24: Und das ist so verrückt zu sehen, wie diese Lebensfreude auf der einen Seite und dann diese schwierigen Lebensbedingungen auf der anderen Seite gleichzeitig existieren.

00:48:31: Ich glaube ich würde mir einfach wünschen dass die Menschen auch hier im Land in Libanon irgendwann einfach mal unabhängig von diesen Bildern, die wir alle im Kopf haben, von Krieg und Zerstörung kennenlernen.

00:48:42: Ich würde euch jedem mal wünscht, dass er durch Beirut laufen kann.

00:48:47: im kleinen restaurateur zits die musik vor ort hört ferus wenn ich das kurz sagen darf meine absolute lieblings hängerin die drott in der ganzen arabischen welt sehr bekannt ist jemand immer morgens hört dass man dort rum sitzt.

00:49:00: ferus hört mit menschen ins gespräch kommt und Ja, ich glaube die Menschen dort in Libanon verdienen dass wir uns auch für ihr Land und ihr Leben interessieren wenn eben nicht gerade Bombenfall und Krieg herrscht.

00:49:13: Ein besseres Schlusswort hätten wir glaube ich für den großen Themenkomplex Libanor in dieser Folge nicht finden können und wir würden euch gerne noch einen kurzen Ausblick geben was bei Spotlights so demnächst passiert.

00:49:24: dazu kam nämlich auch einige Fragen und zwar wie wählen wir eigentlich unsere Themen aus?

00:49:30: Und was steht als nächstes an?

00:49:31: Also wir orientieren uns eben nicht daran, was gerade in den großen Schlagzeichen steht.

00:49:36: Sondern genau daran wo wir das Gefühl haben da kommt etwas zu kurz an der Berichterstattung und wir wollen uns dabei bewusst nicht nur auf Kriegs- und Krisengebiete konzentrieren.

00:49:46: ich glaube auch hier in Deutschland gibt es politische und gesellschaftliche Entwicklungen, Missstände und ja auch die Geschichten von Menschen die wir noch erzählen möchten.

00:49:55: also darauf könnt ihr euch auf jeden Fall auch noch freuen.

00:49:58: Was als nächstes konkret passiert ist, dass bald unser Politikerinterview kommt, das wir euch versprochen haben und danach nehmen wir euch mit nach Syrien!

00:50:07: genauer in den Osten des Landes.

00:50:09: Wir sind dort in einer Schule, in der Kinder lernen wie unterschiedliche Minen aussehen und woran sie erkennen können wo Lebensgefahr droht.

00:50:17: also allein die Vorstellung nur wenn wir das wieder auf Deutschland beziehen dass Kinder hier in der Schule lernen müssen wie eine Landmine aussieht damit sie den Heimweg von der Schule überleben ist wirklich völlig verrückt.

00:50:28: Genau das sind so die Themen die uns rund um Syrien interessieren werden noch vieles mehr.

00:50:32: Uns hat

00:50:32: auch die Frage erreicht was man eigentlich wo findet weil wir sind ja tatsächlich allen Plattformen, so gut es geht vertreten.

00:50:40: Und natürlich findet ihr auf euren preferierten Podcast-Plattform wie Spotify, Apple, Pocketcast und was es sonst nicht alles für Apps gibt vornehmlich unsere Podcast folgen als Audio.

00:50:50: Wir sind übrigens auch auf Campfire FM zu finden.

00:50:53: Falls ihr die Plattform noch nicht kennt oder ich manchmal frage wovon wir überhaupt sprechen schaut sie euch wirklich gerne mal an wenn ihr viel Podcast hört weil der große Vorteil da ist ihr könnt direkt mit Fragen und Anmerkungen in der Timeline unserer Folgen antworten.

00:51:05: das heißt wir sehen direkt wo ihr eine Frage hattet oder einen Kommentar für uns dalasst.

00:51:10: Und wir legen euch da auch immer ein paar Highlights hin und auch Community-Umfragen.

00:51:14: zum Beispiel auf unseren Social Kanälen wie TikTok, Instagram und Co.

00:51:18: findet ihr ganz viel Bonusmaterial von unseren Reisen vor allem aber auch immer mehr Infos zu unseren Protagonisten die ihr hier im Podcast hört.

00:51:26: Und ganz besonders möchten wir euch aber auch YouTube ans Herz legen.

00:51:29: Dort zeigen wir euch unsere Podcast folgen, auch als Video und während der Folge ganz viel Material von vor Ort und blenden auch häufig Zusatzinfos ein die vielleicht helfen manche komplexen Themen besser zu verstehen.

00:51:42: Also es lohnt sich auf jeden Fall, einen Blick auch mal auf alle Plattformen zu richten.

00:51:47: Und dann kam noch immer wieder die Nachricht von Leuten, die meinten hey wir wollen euch begleiten und unterstützen.

00:51:53: also so groß ist unser Team noch nicht dass wir jetzt hier Leute einstellen können in der Hoffnung das es irgendwann passiert und Spotlights ganz ganz groß wird.

00:52:01: Aber zu der Frage, wie ihr uns jetzt unterstützen könnt.

00:52:03: Also erst mal super wichtig, dass ihr unsere Arbeit verfolgt, unsere Geschichten weitertragt, das ihr dem Podcast hört und sie Reels teilt anderen Leuten davon erzählt wenn ihr das Podcast toll findet.

00:52:15: Das würde uns mega helfen viele Menschen zu erreichen.

00:52:18: aber natürlich sind wir auch auf finanzielle Unterstützung angewiesen um diese Recherche überhaupt erst machen zu können weil es kostet alles ehrlicherweise ziemlich viel Geld gerade solche Auslandsgeschichten Super wichtig, dass unsere Inhalte frei zugänglich sind.

00:52:32: Also unabhängig davon ob jemand uns finanziell unterstützt oder nicht wir wollen das unser Journalismus für alle Menschen ist und es keine Bezahlschranken gibt.

00:52:41: Das heißt wenn ihr ein paar Euro übrig habt und uns unterstützen möchtet könnt ihr das unkompliziert mit einer kleinen Spende per Banküberweisung oder PayPal.

00:52:50: Und wir freuen uns natürlich auch über Menschen, die monatlich einen kleinen Beitrag geben wollen.

00:52:55: Das geht über die App Campfire von der Steffi eben berichtet hat und das geht über Patreon.

00:53:00: Das ist auch eine App.

00:53:01: da kann man ein kleines Abo dalassen wenn ihr Lust habt.

00:53:04: Kann man auch jederzeit wieder kündigen!

00:53:06: Ganz wichtig Ihr seid alle willkommen in unserer Community ganz unabhängig davon ob ihr uns finanziell unterstützt oder nicht.

00:53:13: Wir freuen uns riesig dass ihr da seid, dass ihr zuhört, dass euch Spotlights interessiert unsere Geschichten unsere Arbeit begleitet.

00:53:21: Absolut!

00:53:22: Und wir sind jetzt am Ende dieser etwas ungeplanten und vielleicht auch ungewöhnlichen Folge, aber es gibt ja eine Frage die wir am Ende unserer Recherchen unserer Folgen auch immer stellen und zwar was macht dir Hoffnung liebe Sophia?

00:53:37: Also per se machen mir erstmal Menschen Hoffnungen und ich muss bei der Frage an einen Menschen denken, Natja die wir im Libanon getroffen haben.

00:53:47: Die auch das Schlimmste erlebt hat, die die Bombardierungen erlebt hat überlebt hat.

00:53:51: und als wir sie gefragt haben was ihr Hoffnung macht hat sie zu uns gesagt dass sie große hoffnung in sich trägt gesagt hat, dass wir alle Menschen sind und wir in Frieden zusammenleben müssen.

00:54:03: Und diese Menschen ihr Hoffnung geben.

00:54:05: Ich dachte mir so krass du hast das Schlimmste erlebt und hast trotzdem Hoffnung auf Frieden und setzt Hoffnung an Menschen von denen du erlebt hast, dass sie Böses tun.

00:54:17: Das hat mich total bewegt.

00:54:19: Das ist sozusagen die große Antwort.

00:54:21: Die kleine Antwort wäre mir macht gerade echt Hoffnung, dass wir so viel schöne tolle Resonanz auf unser Projekt Spotlights haben.

00:54:29: Es gibt in unserem Land offenbar so viele Menschen, die sich dafür interessieren und sagen, dass diese Geschichten sie berühren, sich bedanken.

00:54:36: Das bedeutet mir wirklich wahnsinnig viel!

00:54:38: Und es zeigt mir das auch im Jahr zwanzig sechsundzwanzig ein doch sehr... verroten Zeiten Menschen da draußen gibt, die sich für die Schicksale andere interessieren.

00:54:48: Die nicht wegschauen und denen es nicht egal ist was anderen Menschen in anderen Teilen dieser Welt widerfährt.

00:54:54: Deswegen freue ich mich auf alles weitere was mit unserem Projekt kommt.

00:54:58: Und wie ist das bei dir Steffi?

00:55:00: Was macht dir Hoffnung?

00:55:01: Ich habe

00:55:01: tatsächlich gedacht als wir dieses Projekt gestartet haben dass es mich langfristig natürlich belasten wird was wir erleben und dass die welt noch etwas dunkler wird, wenn man nicht nur über das Furchtbare in den Nachrichten liest jeden Tag sondern auch hinfährt und mit den Menschen die diese Schlagzeilen betreffen darüber spricht.

00:55:19: Eigentlich ist genau das Gegenteil passiert.

00:55:21: Wir haben eben nicht nur schreckliche Dinge gesehen, wir haben ganz viele Menschen gesehen und getroffen die alles geben für sich und für ihre Kinder und die weitermachen und die wieder aufbauen und die einladen obwohl sie nur ganz ganz wenig haben und ihre Wärme und Freude eben nicht verloren haben.

00:55:40: Das macht die Dinge am Ende dieser Welt natürlich nicht weniger schrecklich aber es gibt mir ganz viel Hoffnung dass wir als Großes Wort.

00:55:47: Menschheit immer noch so viel Gutes in uns tragen, dass es sich lohnt dafür zu kämpfen und darüber zu berichten auch wenn's schwierig ist.

00:55:57: Und das ist die Hoffnung, die ich hab, dass irgendwann gut wird weil wir so viele Menschen treffen, die so viel gutes in sich tragen.

00:56:04: Wunderschönes Schlusswort.

00:56:06: Das war unsere dritte Folge von SportLights, vielen Dank für all eure Fragen und dafür dass ihr euch für die Menschen und die Geschichten da draußen interessiert.

00:56:14: und auch wenn unser ursprünglich geplantes Gespräch mit dem deutschen Außenpolitiker diesmal nicht zustande gekommen ist wir werden es nachholen versprochen denn die Frage welche Verantwortung Deutschland im Libanon trägt in der ganzen Region ist viel zu wichtig als das wir sie unbeantwortet lassen könnten und deshalb freuen wir uns auch weiterhin über eure Fragen an die Politik, aber natürlich auch an uns.

00:56:36: Schreibt uns gerne eine Nachricht auf dem Social Media Kanal eurer Wahl oder am allerliebsten weil dann geht auf jeden Fall nichts verloren per E-Mail an spotlights at sophia mayer.com

00:56:48: und wenn ihr selbst Fragen habt oder Themen vorschlagen möchtet oder sonst irgendwas auf dem Herzen habt schreibt uns auch gerne.

00:56:54: wir freuen uns immer von euch zu hören.

00:56:55: in den nächsten Wochen zeigen wir euch außerdem noch viele weitere Begegnungen und Geschichten aus dem Libanon auf all unseren Social Kanälen.

00:57:03: Und genau danach nehmen wir euch mit nach Syrien und wenn ihr unsere Arbeit unterstützen möchtet, könnt ihr uns weiter empfehlen unseren Podcast abonnieren oder vielleicht mit einer kleinen freiwilligen Spende helfen.

00:57:14: Alle Links dazu findet ihr in den Shownotes.

00:57:16: Dann bleibt mir nur noch zu sagen vielen Dank liebe Sophia und danke an euch alle dass ihr dabei wart!

00:57:21: Vielen lieben Dank bis zum nächsten Mal.

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