Libanon - Der blinde Fleck der deutschen Medien. Mit Hanna Voss
Shownotes
Schön, dass ihr wieder dabei seid!
Für diese zweite Folge trifft Sophia in Beirut Hanna Voss. Hanna kommt aus Dortmund, war Redakteurin bei der taz und arbeitet heute für die Friedrich-Ebert-Stiftung im Libanon. Beirut ist für sie längst zur zweiten Heimat geworden. Hanna erzählt, warum sie sich auf den ersten Blick in dieses Land verliebt hat und wie es sich anfühlt, in einem Alltag ohne Verlässlichkeit zu leben. Sie erklärt, warum die Hisbollah für viele Menschen im Süden mehr ist als eine Miliz und was wir übersehen, wenn wir den Libanon nur auf dieses eine Schlagwort reduzieren. Wir sprechen über die Folgen eines noch immer andauernden Krieges, der viele Menschen bis heute nicht in den Süden zurückkehren lässt, über Besatzung und Angriffe auf Rettungskräfte und Presse. Wir sprechen aber auch darüber, warum Vieles davon in der deutschen Berichterstattung kaum vorkommt. Es geht um die blinden Flecken unseres Blicks auf den Libanon, um gesellschaftliche Erschöpfung und am Ende aber vor allem um die Menschen vor Ort und die Frage, was ihnen trotz allem noch Hoffnung machen kann.
Danke an Hanna für ihre Zeit und dieses offene, persönliche Gespräch.
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[Q1] 06:58min Explosion im Hafen von Beirut https://x.com/todayinhistory [Q2] 07:00min Deutsche Welle – Die Explosion von Beirut, Suche nach Antworten, Juli 2026 https://www.dw.com/en/the-beirut-explosion-a-search-for-answers/a-77491295 [Q3] 17:35min Hisbollah – Betätigungsverbot in Deutschland, April 2020 https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/pressemitteilungen/DE/2020/04/betaetigungsverbot-hizb-allah.html Hisbollah – Beschluss des Rates der Europäischen Union, Juli 2013 https://eur-lex.europa.eu/eli/dec/2013/395/oj/eng [Q4] 19:05min Akevot Institute – Das Massaker von Hula 1948 https://www.akevot.org.il/en/news-item/case-19-48/ [Q5] 23:41min Human Rights Watch – Israelischer Großangriff am 8. April 2026 https://www.hrw.org/news/2026/04/10/lebanon-israeli-strikes-kill-hundreds-damage-vital-bridge [Q6] 24:39min Vereinte Nationen – Angriffe treffen Krankenhäuser im Libanon, Juni 2026 https://news.un.org/en/story/2026/06/1167714 [Q7] 25:44min The Guardian – Angriffe auf medizinische Einrichtungen im Südlibanon, März 2026 https://www.theguardian.com/world/2026/mar/21/israel-targeting-medical-facilities-south-lebanon-health-workers [Q8] 29:09min ThePrint – Litani-Fluss und „Sicherheitszone", März 2026 https://theprint.in/world/with-litani-river-as-marker-israel-reveals-plans-to-create-security-zon e-with-lebanon/2888782/ [Q9] 46:06min UN-Experten zu explodierenden Pagern und Funkgeräten, September 2024 https://www.ohchr.org/en/press-releases/2024/09/exploding-pagers-and-radios-terrifying-violation-international-law-say-un
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00:00:00: Innerhalb von wenigen Minuten hat die israelische Armee mehr als einhundert Angriffe geflogen auf den Libanon.
00:00:04: Also dieser Tag war wirklich ein Blutbad, man kann es nicht anders sagen.
00:00:08: Er war in vielen deutschen Leitmedien gar nicht mal eine Randonautiz mehr.
00:00:11: also wenn man wirklich tagtäglich diese Gewalt miterlebt und dann feststellt was davon im deutschen Diskurs ankommt, also die Diskrepanz davon das hat mich wirklich erschüttert.
00:00:30: Ich bin gerade mitten im schönen Beirut.
00:00:32: Mir gegenüber sitzt eine Stiftungsmitarbeiterin und deutsche Journalistin mit Wurzeln im Ruhrgebiet, die hier in Beirud ihr Zuhause gefunden hat.
00:00:41: Von dort auf schreibt sie über die großen politischen Themen der Region den Libanon zwischen Wirtschaftskrise und Krieg, die Rolle der Hezbollah.
00:00:50: Die Folgen der Situation in Gaza und Iranspolitik aber genauso über das Beruht dass man in den Nachrichten eher selten sieht des Leben hier zwischen den Krisen die Stadt die für Sie längst zur zweiten Heimat geworden ist.
00:01:04: herzlich willkommen liebe Hanafos.
00:01:06: Danke schön danke dass ich hier sein darf.
00:01:08: sehr sehr schön Hanna, bevor wir über den Libanon sprechen.
00:01:13: Wann bist du das erste Mal hierher gekommen und was war dein erster Gedanke als du im Land, als du in Beirut warst?
00:01:22: Das erste Mal war ich tatsächlich hier mit einer Presse-Reise damals, weil ich noch Redakteurin bei der TATS und glaube das hat man vielleicht nur ein, zwei mal im Leben mit Menschen aber auch mit Orten.
00:01:32: Dass man irgendwo ankommt und sofort irgendwie denkt dass man vielleicht sogar schon einmal in einem anderen lebende Vergangenheit mit diesem Ort hatte oder dass man irgendwie einen Teil von einem dahingehört.
00:01:43: Für mich was ganz Besonderes, das hatte ich noch nie vorher so gespürt.
00:01:46: Es war extrem herzlich!
00:01:47: Ich fühlte mich sofort sehr bekommen und sehr angenommen.
00:01:52: Gleichzeitig hat man natürlich... es war auch eine Faszination für mich, dass man den Nibanon natürlich aus den Schlagzeilen keinen Kriege-Krisen usw.
00:02:02: Und dann kam man hierhin nach Beirut und er führte eigentlich das Leben ... also ich habe mein Leben im Grunde weiter geführt wie in Berlin.
00:02:09: Ich kann das total nachempfinden, ich war das erste Mal im Libanon und habe mich verliebt.
00:02:16: also für mich war es auch man kannte Schwerbeschreiben liebe auf den ersten Blick und wusste auch dass sich dann wieder zurück muss und bin dann auch viele viele Male zurückgekehrt und hab leider nur eine Zeit hier gelebt.
00:02:28: Du hast es schon so ein bisschen angedeutet, aber ich glaube von außen die Menschen, die das jetzt hören und sehen, denken sich was ist denn so besonders an diesem Libanon?
00:02:36: Weil wir wie du sagst eben die Schlagzeilen haben vor allem ihn mit Krise Krieg und Armut.
00:02:42: Mit Hezbollah und all diesen Schlagworten verbinden.
00:02:46: Was macht für dich den Libanonn so besonders?
00:02:49: Ich glaube dass man also in diesem Konglomerat von all dem eben in so vielen kleinen Momenten im Alltag einfach die Schönheit des Landes und diese Offenheit der Menschen, diese Herzlichkeit der Menschen immer wieder spürt.
00:03:03: Wir leben viele, viele Menschen miteinander, die unterschiedliche Konfession haben Und natürlich gibt es viele Probleme.
00:03:10: Ich will das gar nicht so romantisieren Aber nichtsdestotrotz ist es nun mal so.
00:03:13: wir haben hier achtzehn anerkannte Religionsgemeinschaften Man lebt in einem pinzig klein Land, dass halb so groß ist wie Hessen dann doch auch viel verfriedlich zusammen.
00:03:22: Also da liefern uns für mich Land, wo man quasi immer sagen muss es können viele Sachen gleichzeitig wahr sein.
00:03:27: Ich glaube schon auch ich war in anderen Ländern das nah an Ostern und es hat für mich schon auch eine Rolle gespielt dass sich hier ja auch als weiße blonde Frau mein Leben normal leben kann ohne dass ich mich da groß einschränken muss.
00:03:40: Der Libanon damals als du hergezogen bist ist wahrscheinlich ein sehr anderer Libanone als der Libanonn heute weil seitdem unendlich viel passiert ist.
00:03:49: wenn du heute Hier aufwachst in deinem Bett, aus dem Fenster schaust.
00:03:53: Was ist heute dein erster Gedanke in diesem Libanon?
00:03:56: Also dann soet meistens die israelische Drohne überm Fenster und es ist wahnsinnig laut und nervig Und das ist jetzt auch schon seit fast zwei Jahren so.
00:04:05: Dann ist immer mein Gedankel man ist eigentlich die ganze Zeit noch In einem Kriegszustand selbst wenn es sogenannte Waffenstillstände und was auch immer gibt.
00:04:11: also dass Es ein gedanke ein anderer ist da sich trotz allem und trotz dieser erfahrung auch sechs jahren die teilweise auch nicht schön waren Es ist immer noch mein Zuhause-Nenner und ich habe gesagt, dass meine Wurzeln sind im Ruhrgebiet.
00:04:25: Ich komme aus Dortmund – ich liebe auch Dortmund!
00:04:26: Und trotzdem gucke ich aus dem Fenster und das ist mein Zuhauso.
00:04:31: Das muss ich mir manchmal bewusst machen wieder.
00:04:35: Ich glaube, ich habe auch mal oder neige dazu den Libanon sehr zu idealisieren.
00:04:39: aber diese Idealisierung ist ja einfach wenn man privilegiert ist und die Realität der Menschen, die eben nicht wählen können.
00:04:45: Dann ist das alles nicht so einfach!
00:04:47: Ich habe ja wie gesagt hier vor einigen Jahren gelebt nie so lange als du aber versuche seitdem immer mehrmals wieder im Jahr zu kommen und meinen Eindruck ist... Und da sind wir wahrscheinlich auch wieder bei dem Thema Gleichzeitigkeiten, dass du gesagt hast Wir haben hier zum einen eine sehr bewegte belebte Stadt Die Cafés sind offen, die Menschen sind draußen Manche feiern Es gibt ne gute Zeit hier und auf der anderen Seite spüre ich oder es ist glaube ich irrelevant ob gerade Krieg oder kein Krieg herrscht, oder Waffenstillstand ist.
00:05:14: Dass es hier eine ständige Anspannung gibt und dass die Menschen das Gefühl haben wahrscheinlich auch zurecht alles ist immer möglich hier im arabischen Kilschi-Mumpenkind wie Lip Nain.
00:05:27: Das auch was ich immer wieder gehört habe.
00:05:28: hier ist immer alles möglich.
00:05:30: mein gefühl ist, dass sich das in den menschen so festgesetzt hat und es so eine stendige gefehl von Was passiert morgen?
00:05:37: Was passiert übermorgen gibt?
00:05:38: Wie nimmst du das wahr?
00:05:39: Sehr ähnlich kann ich total teilen.
00:05:42: Es ist auch wieder so eine Sache, die ... ja, die ich auch oft als so ne... Also dieses Ja man weiß nicht was morgen ist also müssen wir das heute genießen.
00:05:53: Das führt natürlich dazu dass man dann vielleicht eben mit die besten Partys irgendwie hat, aber auch wieder eine Sache die man natürlich nicht romantisieren sollte und darf.
00:06:03: Weil auf der anderen Seite das natürlich auch zufolge hat dass man ganz wenig Verlässlichkeit spürt und ganz wenig Stabilität spürtspürt was wiederum auch dazu führt dass Leute was die Menschen hier ich glaube was für uns total normal ist es gerade auch als deutsche Versicherung abzuschließen und wirklich in langen Zeitabständen zu planen usw.
00:06:22: Und wenn man das nicht kann weil man nie weiß was am nächsten Tag kommt immer in so einer Vorläufigkeit lebt oder immer in so einer Unsicherheit lebt, was als nächstes ist.
00:06:30: Ich glaube das macht auch wirklich ganz viel mit einem und das führt wahrscheinlich insgesamt zu einem sehr angespannten Nervenkostüm.
00:06:37: Und dass man nie mal loslassen kann und dass man sich nie auch mal auf wen anders verlassen kann und sei es zum Beispiel ein funktionierender Staat.
00:06:44: also wir wissen wenn etwas in Deutschland passiert wie zb die Flutkatastrophe, ist da ein Staat, der vielleicht nicht alles perfekt macht.
00:06:54: Aber der sich kümmert, der irgendwie eingreift... Das haben wir hier nicht!
00:06:57: Das haben nach der Explosion nicht gesehen und in den letzten vierzehn-zwanzig Monaten nicht gesehen.
00:07:04: Und dass man deswegen immer sich so exposed fühlt, also immer so ausgeliefert fühlt ist, glaube ich, was sehr viel mit den Menschen macht.
00:07:13: Wenn
00:07:14: du jemanden von außen erklären müsstest in drei Sätzen warum ist die Lage seit Jahren im Libanon so wie sie ist?
00:07:22: Wie könntest du das erklären in einfachen Worten?
00:07:25: Also ich würde sagen dass wir es mit einem zutiefst korrupten politischen System zu tun haben im Libananon, dass seit Jahrzehnten die eigenen Vorteile im Blick hat und nicht das Wohl der Bevölkerung.
00:07:42: Und damit schließt sich wirklich auch alle ein, weshalb ich auch sehr davon abstand nehmen würde die Probleme des Liebanonhaftiges Boller zu einschränken, sondern dass es etwas was es hier in allen Gruppen gibt, die eben ihre verschiedenen Konfessionen vertreten, dass sich deren politische Führer hier bereichern, dass sie immer ihr eigenes Wohl im Sinn haben.
00:08:08: Es gibt es auf allen gesellschaftlichen Ebenen und bis in die ganz hohe Politik.
00:08:13: Und ich glaube, dass das dazu geführt hat... ...dass sich kein bis heute kein richtiges Bürgertum sondern ein Gefühl der wir sind libanesische Bürger herauskristallisiert haben.
00:08:24: Wir sind die Bürger dieses Staates Das ist unser Staat und er ist für uns zuständig!
00:08:29: Und wir sind seine Bürger und können was einfordern.
00:08:31: Wenn
00:08:31: man über den Libanon spricht dann muss man auch über dem Süden sprechen andere Situationen.
00:08:37: Wir haben massive Zerstörungen gesehen, hunderttausende Menschen wurden vertrieben, Dörfer wurden komplett und gezielt im Erdboden gleich gemacht.
00:08:45: Den Menschen dort ist schwer klar ob sie jemals zurückkehren können.
00:08:50: natürlich ist auch völlig offen wer wird jemand diesen Aufbau wieder bezahlen weil er ein Großteil der Häuser auch zerstört ist?
00:08:55: kannst du erklären warum gerade diese Region von diesem Konflikt so sehr betroffen ist?
00:09:00: Die region ist betroffen Ja, eine direkte Grenze zu Israel ist und weil in dieser Region sich eben die Hisbollah eine gewisse Infrastruktur aufgebaut hat über die Jahre.
00:09:10: Die Hisbolla wurde Mitte der Achtzigerjahre gegründet, dreiundachtzig.
00:09:15: Sie hat sich im Südlibanon eine Infrastruktur ausgebaut und mir ist es dann immer wichtig zu betonen dass sich Hisboller besteht aus den Menschen des Südlibanons kriegt ja öfter mal in der deutschen Debatte so den Eindruck, es ist ein iranischer Proxy und deswegen macht ... weil Iran einen Gegner Israels ist, greift die Hisbollah Israel an.
00:09:33: Aber das sind eben nunmal so dass es eine libanesische Gruppe ist natürlich aufs Ängste verbündet mit Iran aber in einer libanäsischen Gruppe besteht aus libanäse Schiiten Die größtenteils sich auch teilweise aus dem Süden zusammen setzt Weil diese Menschen mehrfach israelische Invasion erlebt haben, auch schon bevor es die Hisbollah gab.
00:09:58: Zweiundachzig zum Beispiel, oft davor schon also das heißt mit Staatsgründung Israels hat der Süden immer wieder diese Invasion erlebten und das sind nicht alle natürlich aber das sind die aus denen sich auch die Hisborla zusammensetzt und dass ist etwas was Israel bekämpfen will.
00:10:15: Also Israel bekämpt die Hezbollah auch nach eigenem Ermessen Teil des Landes im besonderen Maße betroffen, immer wieder massiv zur Zerstörung und Vertreibung.
00:10:28: Aber in einem würde ich schon sagen, in diesem Jahr, also im Jahr ist es seit dem Jahr-Zwischen, in einem wirklich nie da gewesenen Ausmaß.
00:10:36: Du lebst hier, du kennst viele Menschen, du bist ja wahrscheinlich auch Teil dieser Gesellschaft geworden.
00:10:42: Wie erlebst du das?
00:10:43: Wie erlebst du die Menschen, die vertrieben wurden oder auch immer noch vertrieben sind weil alles zerstört ist wie ... Was macht das mit den Libanesen und Libanesinnen, was macht es mit einer Gesellschaft?
00:10:55: Ich kann mir das wirklich in diesem Ausmaß ganz schwer vorstellen.
00:10:59: Also ich muss auch sagen dass ich auch jetzt den Krieg eben in diesem Jahr, im Jahr ist es auch noch mal anders erlebt habe als im Jahr hier in dem Jahr für die Jahre.
00:11:10: Weil es eben so kurz danach wieder passiert ist also bei vielleicht fünfzehn Monate... Ich will es nicht Ruhe nennen, aber fünfzehn Monate mit geringerer Intensität geführter Krieg davor waren.
00:11:21: Man merkt einfach wirklich extreme Erschöpfung, extreme Resignationen und natürlich ist das auch Teil der israelischen Kriegsführung eine gewisse Spaltungstendenzen zu erzeugen innerhalb der Gesellschaft in dem man eben auch andere Teile angegriffen hat wo eben vorrangig Christen leben oder sunnitische Muslime leben und so weiter angreift.
00:11:45: Oder da auch verstärkt, wo Vertriebene hingehen, um ihm zu sagen ihr seid dann im Zweifel auch nirgendwo sicher?
00:11:51: Und wo ihr seid bringen wir ja auch andere Menschen in
00:11:53: Gefahr.".
00:11:54: Was glaubst du?
00:11:55: wie lange kann sowas gut gehen bis es im schlimmsten Falle eine Bürgerkrieg enden könnte?
00:12:00: beziehungsweise ist Libanesen und Libanesien im Land gibt die diese Furcht in sich
00:12:05: tragen?".
00:12:05: Sehr viele tragen diese Fucht in sich.
00:12:07: der letzte Krieg war die Generation vielleicht unserer Großeltern.
00:12:13: Hier hat man selber, wenn man in unserem Alter ist schon drei Kriege jetzt erlebt und die Eltern haben den Bürgerkrieg erlebt der fünfzehn Jahre ging von seventy bis neunzig.
00:12:22: alle auch mal eine libanesischen Freundin und Freunde wachsen auf mit den Berichten der Eltern aus dem Bürgerkrig.
00:12:29: wirklich schlimmste Schlimmste Geschichten.
00:12:33: Eine extreme Phase extremer Gewalt.
00:12:36: Ich weiß nicht, wie lang ein Gesellschaft so was aushalten kann.
00:12:40: Meiner Meinung nach habe ich auch das Gefühl die libanesische Gesellschaft hält schon viel mehr aus als ich für Menschen möglich gehalten habe.
00:12:47: Auf die andere Frage ist natürlich immer, was hat man für eine Wahl?
00:12:50: Man macht halt irgendwie weiter und ich meine viele machen auch einfach schlicht weiter für ihre Kinder um irgendwie noch weiter zu funktionieren und glaube dass dieses Damocleschwerd-Bürger Krieg das so über einem
00:13:00: Schwäb
00:13:00: schon dazu führt auf, dass es nicht dazu kommt.
00:13:16: Lass uns noch einmal kurz einen Entschwenk zur Hezbollah machen.
00:13:20: Du hast ja gesagt, die befindet sich seit Jahrzehnten in einem kriegerischen Zustand mit Israel.
00:13:26: In Deutschland beschreiben wir die Hezbola als Terrormiliz oder auch als Terrororganisation.
00:13:32: Wenn man verstehen möchte von außen, warum die Hispola so tief in die Gesellschaft reinreicht, glaube ich reiche dieses Bild alleine oder diese Schlagworte nicht aus um ein echtes Verständnis dafür zu bekommen.
00:13:44: Was muss man über die Rolle der Hispolar hier im Libanon wissen?
00:13:47: Um es wirklich zu verstehen welche besondere Position sie hier im Land hat.
00:13:54: Erstens muss man immer verstehen wie schwach dieser Staat ist und dass der Staat Dinge, die für uns selbstverständlich sind.
00:14:00: Die unser Staat für uns leistet hier nicht leistete also wirklich absolut Basalste Daseinsvorsorge und all das leistet dieser Staat hier nicht.
00:14:11: Das heißt, da ist an vielen Orten Thiesboller einbesprungen.
00:14:14: Thiesboller unterhält Krankenhäuser andere medizinische Einrichtung Schulen Sie isst eine Miliz sie ist einen sozialen Versorger sie ist eine Partei.
00:14:23: Dann, Entschuldige zur Zwischenfrage dann aber mehrheitlich für die schiitische Bevölkerung
00:14:27: Mehrheitliche für die Schiitisch Bevölkerung im Süden.
00:14:29: genau Und das war natürlich auch eine Sache.
00:14:31: Die schiitische Bevölkerung galt lange als die marginalisierteste und für viele war es eben auch die Hezbollah, die ihn zu einer gewissen Bedeutung verholfen hat.
00:14:43: Und die in eine gewisse Würde wiedergegeben hat.
00:14:46: Israel hat ja vorher schon das Erfreundene Lebanon einmarschiert bevor es die Hezebollah gab sehr ungestört also.
00:14:52: es gab keinerlei Reaktion nicht der libanesischen Armee usw.
00:14:56: Man konnte hier sehr un gestört in dieses Land einmaschieren.
00:14:59: seit es die hezebolla gibt ist dem nicht mehr so wird das bekämpft, jetzt Waller hat dem eben diese andere Formel gegenübergestellt und hat ja quasi nach ihrer eigenen Logik ist sie dem jahr gerecht geworden.
00:15:14: Sie hat ja das erreicht was sie ihren Leuten auch versprochen hat, was sie erreichen würde einen ebendürdiger Gegner zu Israel zu sein, die Israelis Zuzugeständissen zu zwingen Und eben aus einer Position der Stärke heraus für den Ivernon was zu erkämpfen, was vorher in der Form so vielleicht nicht passiert ist.
00:15:37: Und plus ihre Versorgerfunktion die sie dann eingenommen hat eben durch den Betrieb von Schulen und Gesundheitszentren, Krankenhäusern wirklich eine Art soziale Wohlfahrt zu sein – hat das eben auch bei denen, die jetzt vielleicht nicht politisch oder mit allem mit der Spoiler-Einterstand sind.
00:15:57: Aber natürlich dafür gesorgt das da auch gewisse Loyalitäten entstehen.
00:16:02: Am Ende habe ich ja auch vielleicht keinen Job finden aber dann könnte ich da einen Job kriegen in so einem Gesundheitszentrum zum Beispiel oder als Lehrer an so einer Schule, dann nehme ich den auch ohne dass es heißt, dass ich jetzt total der überzeugtes Spoileranhänger bin.
00:16:17: Aber so ist das eben mit solchen Dingen, die nicht nur Militzen sondern Partei und soziale Bewegung die eben in dann sehr, sehr vielen Gesellschaftsbereichen einrücken und da auch sich festigen.
00:16:31: Wie beobachtest du denn die Rolle der Hispola im Hier-und-Jetzt in der Gesellschaft?
00:16:36: Und siehst du eine Veränderung in den letzten zwei Jahren?
00:16:38: Ich glaube schon, dass die Hezbollah auch an Zustimmung eingebüßt hat im Großen und Ganzen.
00:16:44: Aber ich glaube nicht in dem Maße wie das oft so kolportiert wird.
00:16:48: Dass man jetzt sagt, sie wurde so stark militärisch geschwächt oder politisch geschwiegt.
00:16:52: Und deswegen hat sich auch so viele ihre Anhänger verloren.
00:16:55: Das sehe ich nicht!
00:16:56: Ich sehe, dass es dadurch aus Menschen gibt, die sich abgewendet haben, die gesagt haben, Hez-Boller hätte nicht jetzt im März mit diesem Krieg wieder einsteigen sollen.
00:17:09: Aber als man dann gesehen hat, so geschwächt ist die Hisbollah gar nicht wie man vorher angenommen hat, hat sich das auch wieder ein bisschen gedreht.
00:17:15: Aus deutscher Sicht ist es ja irgendwie schwer zu verstehen.
00:17:18: aber du hast es ja erklärt für die Menschen und für die schiitische Anhängerschaft ist die Hezbollah vor allem eine Schutzmacht und springt eben da ein wo der Staat nicht funktioniert.
00:17:29: Wie kann man das dann jemanden außerhalb des Libanon oder gerade auch in Deutschland erklären?
00:17:34: In Deutschland ist Hispola vor allem eine Terrorisation.
00:17:38: und die Tatsache, dass es eben hier im Libanonn nicht nur diese Miliz ist sondern auch politische Partei ist.
00:17:46: Auch da gucken manche Leute schon mit großen Augen weil ihnen das gar nicht so bewusst ist und dann eben auch noch Schutz macht ist.
00:17:56: dass die Anhängerschaft hier der Hisbolla gegenüber so loyal ist und es teilweise ja auch einfach völlig normale Menschen sind, Familien sind, Lehrer sind wie du gesagt hast Menschen im Gesundheitssystem arbeiten.
00:18:11: Ich glaube man muss sich in Deutschland immer sehr von den eigenen Narrativen lösen wenn man das verstehen will.
00:18:17: Man muss eben auf einen Landblicken oder auf Menschen blicken die völlig andere geografische und historische Erfahrungen gemacht haben und in einer ganz anderen Dynamik hier leben.
00:18:29: Wir sehen Israel als ein Land, das sich nachdem von uns verüben, von Deutschland verübten Holocaust gegründet hat.
00:18:38: Ein Land der Überlebenden, der Opfer dass sich dann als Schutzraum für Juden und Juden etabliert und gegrundet hat.
00:18:46: Für Menschen im Ibanon und vor allem Südlibanon ist das eine völlig andere Geschichte.
00:18:50: Für die seit Staatsgründung gibt es mit Israel auch schon.
00:18:55: Es gibt früheste Kenntnisse auch von Massakern, auch an Libanesen verübt.
00:19:02: In Hula zum Beispiel im Süden Libanon.
00:19:05: das war glaube ich, wann war das?
00:19:07: Ja vielleicht sogar schon forty-neun, vierzig also seit Frühst nach ganz früh nachdem sich Israel gegründet hat gab es immer wieder Gewalt gewalttätige Auseinandersetzungen und ich glaube, dass das einfach eine Erfahrung ist.
00:19:22: Die muss man als Deutsche auch einfach mal so hinnehmen und akzeptieren und sagen, das sind eben auch Erfahrungen die Menschen hier machen können mit dem Nachbarland Israel und letztendlich weiß man noch nicht die Hand ab, die einfüttert.
00:19:37: Und gerade in Deutschland sprechen wir ja über Hisbollah auch sehr viel und sehr abstrakt.
00:19:44: Ich habe mal das Gefühl, dass für die Menschen hier im Land es auch viel weniger um Hisbollah geht sondern gerade jetzt um so viele lebensnare Probleme und Themen wie eben mein Haus ist zerstört?
00:19:55: Wie kann ich zurück?
00:19:56: Woher bekomme ich Arbeit?
00:19:58: Was ist mit der Wirtschaftskrise im Land?
00:20:00: wird die Währung jemals wieder mehr Geld wert sein?
00:20:02: Es sind ja auch völlig andere Themen, die die Menschen beschäftigen.
00:20:06: Übersehen wir in Deutschland, wenn wir den Libanon immer mit dem Fokus hispolar sehen und diskutieren.
00:20:13: Wir übersehen im Grunde genau das was du gerade gesagt hast dass es eben jetzt auch nicht eine permanente Debatte im Alltag der Menschen ist, ist das irgendwie das Richtige die Hisbollah zu unterstützen und so weiter sondern die tägliches Leben besser machen wollen.
00:20:28: und wenn es dann eine Gruppe gibt die ihnen dabei hilft ihr täglicheres Leben besser zu machen gehört dazu gar nicht viel Politik oder Moral.
00:20:36: Oder dann fragt man sich, ist das alles so?
00:20:40: Steh ich dahinter allem vollkommen hundertprozentig dahinter?
00:20:42: Ist das letztendlich für einen stärkeren Staat, wäre es nicht sinnvoller wenn alle Waffen nur beim Start wären und so weiter und so fort?
00:20:49: Das sind eben genau sehr abstrakte politische Fragen auch die wir uns weit entfernen in Deutschland alle gerne stellen können, die sich natürlich auch im Libanon gestellt werden.
00:20:57: Natürlich ist das auch Hauptthema also sollte jetzt bollein waffnet werden.
00:21:02: Was müsste man tun, um sie zu entwaffnen?
00:21:04: Aber was wir übersehen ist, dass es ganz normale Menschen mit ganz alltäglichen Problem sind.
00:21:11: Die zwar in einem permanenten Krisenkontext dann aufploppen aber die dennoch ganz normal wie für dich und mich auch aufploppeln.
00:21:21: Und das ist ja genau auch wie oft Sprache verwendet wird.
00:21:24: an diesem Kontext.
00:21:25: Das eines Nisboller Hochburg und da war ein Hisboller Ziel.
00:21:30: Nein, das war ein Wohnviertel da leben Menschen.
00:21:33: Da gehen Menschen ihren Einkäufen nach ihre Arbeit nach schicken ihre Kinder zur Schule und dass man einfach dann nicht sieht Das ist Ein Viertel.
00:21:43: hier zum Beispiel die südlichen Vorhörte der Leben acht hundert oder lebten acht hundert sieben hundert tausend menschen Die ganz normal dargelebt haben.
00:21:54: Ich hoffe, der Podcast gefällt euch bisher her.
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00:22:36: Und jetzt
00:22:36: zurück
00:22:37: in den Libanon.
00:22:56: Ich wollte genau deswegen auch so gerne mit dir sprechen, weil du beide Welten verbindest.
00:23:00: Du lebst hier, du kennst die Welt hier und gleichzeitig bist du auch weiter ein Teil des deutschen Diskurses und beobachtest natürlich auch die deutsche Berichterstattung!
00:23:09: Du hast mir gerade schon eine kleine Idee davon gegeben... Wie blickst du auf diese deutsche Berichtserstattungen?
00:23:15: Und gibt es Dinge, die dich frustrieren?
00:23:18: Ja, es gibt viel was mich frustriert.
00:23:20: Es gibt also ich habe Es ist gerade seit März, den letzten März.
00:23:28: Die Erfahrung gemacht das wirklich selbst extreme Form der Gewalt ist eigentlich nicht mehr in den deutschen Diskurs geschafft haben mit positiven Außenamten natürlich.
00:23:38: wir haben den achten April gesehen Wir wussten ja alle hier im Libanon nicht gilt dass Abkommen zwischen USA und Iran auch für dem Libananon Das war dann noch ein bisschen unklar Und man hat am Morgen noch gehofft vielleicht schon Und dann gegen Mittag explodierte es ja um einen herum, also das hört ihr gar nicht wieder auf.
00:23:58: Man wusste mal überhaupt nicht was ist eigentlich los.
00:24:01: Nachhinein wissen wir innerhalb von wenigen Minuten hat die israelische Armee mehr als einhundert Angriffe geflogen auf den Libanon sehr viele in Beirut auch im Zentralbeirut.
00:24:11: Ich glaube an dem Tag sind insgesamt über neunzig Menschen oder hundert Menschen getötet worden.
00:24:15: Insgesamt an diesem Tag fast knapp vierhundert Menschen.
00:24:19: Also dieser Tag war wirklich Ein Blutbad, man kann es nicht anders sagen.
00:24:23: Ich glaube er war in vielen deutschen Leitmedien, kann ich mal eine Rande notieren.
00:24:27: Also ich habe das einfach nicht wahrgenommen.
00:24:30: Ich hab noch gedacht, meine Eltern werden sich bei mir melden, ob alles okay ist, weil man das irgendwann dann doch hört, dass was passiert ist, dem war nicht so.
00:24:39: Wir erleben systematische Angriffe auf Rettungskräfte.
00:24:43: Es sind mehr als einhundertdreißig Rettungskräfte getötet worden im Krieg von Frühjahr zwanzundsechzig Und viele davon mittelt sogenannte Double Tap Strikes, das heißt es gibt einen Angriff.
00:24:57: Die Rettungskräfte fahren dort hin um erste Hilfe zu leisten und dann gibt's den nächsten Angriff um eben diese Rettungskräfte zu treffen.
00:25:06: Also die Double Tap Strikes gelten als besonders schwerwiegende Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht.
00:25:11: wir haben gezielte Tötungen von Journalisten gesehen die
00:25:15: dann im Narinalen, wie wir es auch in Gaza sehen von der israelischen Armee als Terroristen gebrannt markt werden um diese gezielten Tötungen von Journalisten und Journalistinnen zu rechtfertigen.
00:25:26: Genau, und auch mit den Rettungskräften sagt die israelische Amier dann, die würden mit der Hezboller kooperieren.
00:25:32: Die würden in ihren Rettungswagenwaffen transportieren.
00:25:34: Das ist was dazu führt dass jetzt die bernesischen Rettunkräfte vielfach mit so GoPro-Kameras unterwegs sind um das einfach zu beweisen, dass dem nicht so ist.
00:25:41: Es gab auch Recherchen vom britischen Guardian von anderen, die auch an diese Gesundheitszentren, die angegriffen wurden gegangen sind und gesagt haben, es gibt keinerlei Hinweise auf jegliche Hisbollah-Infrastruktur.
00:25:53: Ich meine in Deutschland war's eben lange so.
00:25:55: Es wird vielleicht ein bisschen besser aber das war lange so dass diese Dinge der israelischen Armee auch sehr... Ungefragt und unhinterfragend und verändert übernommen wurden, als das ist.
00:26:06: Dann ist es so wenn das gesagt wird da gab's ein Hezbollah-Ziel oder da war jemand von Hezbola dann wird so gewesen sein ungefähr Und die israelische Armee eine genauso wenig.
00:26:16: also dass eben auch Kriegspartei.
00:26:18: Es ist eben keine Quelle die man Als Journalistin, Journalist so einfach übernehmen darf Sondern man muss sie in den Kontext einbetten und weitere Quellen versuchen hinzu zu ziehen was natürlich schwierig ist aber notwendig und das hat mich also wirklich in weiten Teilen desillusioniert.
00:26:38: Also wenn man wirklich tagtäglich diese Gewalt miterlebt, dann feststellt was davon im deutschen Diskurs ankommt.
00:26:46: Die Diskrepanz davon, das hat mir ich wirklich erschüttert.
00:26:51: Und eben auch – und das fand ich auch schon im Jahr Ja, in so für uns verdauliche Portionen zu verpacken und im Westen.
00:27:03: Dann war das eben Hezboller Hochburgs.
00:27:05: Es wird immer so dadurch abgeschwächt dass man diese Sprache dafür findet auch was Israel im Süden Sicherheitszone nennt Pufferzone Also wirklich also die Sicherheits-Vokabular zu übernehmen Dass die israelische Armee nutzt oder auch die isralische Regierung Auch in anderen Kontexten nutzt um letztendlich auf territoriale Fakten zu schaffen dann so wiederzufinden in deutschen Medien.
00:27:29: Das hat mich schon oft sprachlos zurückgelassen, ja?
00:27:33: Ich
00:27:33: kann das sehr gut nachvollziehen und ich glaube was wenig verstanden wird ist dass... Wenn man eben dieses Vokabular übernimmt, diese Pressemitteilung übernmt ohne sie zu kontextualisieren dann macht man sich zum Spracher einer Kriegspartei und dabei ist es völlig irrelevant ob es um die israelische Armee geht oder irgend eine andere Armee oder irgendeine anderen Player auf diesem Feld.
00:27:54: Und ich glaube das müssen wir uns als Journalisten immer und immer wieder bewusst machen und auch lernen!
00:28:01: Ich glaube, es ist ganz wichtig dass wir hoffentlich irgendwann einen ehrlichen Diskurs darüber führen und im besten Fall alle zusammen lernen.
00:28:10: Hannah wie erklärst du das denn?
00:28:11: Woher kommen diese Defizite in der deutschen Berichterstattung gerade wenn es um dieses Thema geht?
00:28:18: Ja ich glaube auch in der Bericht erstattung die Fehlannahme gilt oder der Fehler gemacht wird Israel da anders behandelt wird als andere Akteure.
00:28:37: Ich hab immer das Gefühl, dass der Herrsch so ein ... Das kann ja gar nicht sein und was nicht sein kann, darf auch nicht sein.
00:28:43: Und es ist auch nicht so.
00:28:45: Da wird's ein Israel-Bild meiner Meinung nach angewendet, was wenig mit der Realität zu tun hat.
00:28:52: das glaube ich dem viele israelis selbst zustimmen würden wenn wir das teilweise sehen und hören was israelische minister sagen, was auch aus anderen teilen der gesellschaft kommt oder zum beispiel auffang israelischen medien kommen.
00:29:06: Ich habe sehr früh ein artikel in der joselem post gelesen der litanni fluss im libanon ist die natürliche nordgrenze israels also ganz klar auch dann territoriale bestrebungen dazu ausbruch gebracht hat das alles zu wissen und auch natürlich was von internationalen Organisationen berichtet wird, die wir ansonsten in anderen Konflikten als unabhängige Instanzen betrachten auf deren Informationen wir zurückgreifen werden dann in diesem Kontext auch nicht mehr.
00:29:45: Das gilt dann auch nicht.
00:29:46: Ich habe immer das Gefühl, dass der Blick mit dem wir auf diesen Konflikt blicken in Deutschland oder viele in Deutschland, einige in Deutschland ist aus einer deutschen Brille.
00:29:58: Und diese deutsche Brille sagt einem eben aufgrund des Zivilisationsbruchses Holocaust und aufgrund der Verbrechen wie wir begangen haben an jüdischen Menschen kann es quasi nicht sein, dass ein jüdischer Staat solche Handlungen voll... führt.
00:30:17: und dann denke ich aber ihr müsst doch mal zur Kenntnis nehmen noch für was es Beweise gibt und für was das keine beweise gibt.
00:30:23: Und dass irgendwie in euren, in eure Betrachtung der ganzen sache einfließen lassen habe.
00:30:30: Ich hab einfach das Gefühl da ist er... Es ist schon so eine Art Ideologie geworden.
00:30:33: also das der Glaube daran wie wir glauben wie es ist ist wichtiger als die Facken und der Glabe wie es isst ist gespeist sich aus deutscher Erfahrung, deutscher Vergangenheit dem deutschen Blick auf die Lage, anstatt wirklich das herauszulösen und den Konflikt als das zu betrachten was es ist.
00:30:55: Und die Fakten, die man ja kommen kann einzubeziehen.
00:31:00: Ich habe das Gefühl dass in Deutschland immer mehr Bürgerinnen sehen und verstehen, dass es diese Art von doppelten Standards gibt in der Betrachtung.
00:31:10: Und das sich die deutsche Politik eben im Falle der israelischen Regierung unter israelischem Kriegsführungen viel viel schwerer tut, Kriegsverbrechen zu benennen, Unrechtmäßiges vorgehen nicht in der Lage ist von Vertreibung und Besatzung zu sprechen da wo wir sie sehen.
00:31:26: was denkst du sind die Folgen Für die Politik bzw.
00:31:32: für den Blick der Menschen in Deutschland auf diese Politik?
00:31:36: Ich habe die gleiche Erfahrung gemacht oder mache sie immer wieder, es geht ja auch aus Umfragen hervor dass ein Großteil der Deutschen nicht hinter den Waffenlieferungen an Israel steht und auch nicht eben hinter dieser bedingungslosen Unterstützung steht sondern sich da eine differenziertere Haltung auch gegenüber deisraelischen Regierungen wünscht.
00:31:58: Zu mehr Vertrauensverlust, das für zu mehr dieser Haltung von ... Die wollen uns quasi erzählen was wir zu glauben haben.
00:32:03: Damit ich auch so ein bisschen infantilisiert hab' ich immer das Gefühl wenn einem gesagt wird ja so und so ist es aber so und So haben wir das zu sehen Und dann sagen die Fakten und sprechen eine andere Sprache der entsteht natürlich so ne Kluft die ja Einfallstor ist Für all jene die sagen den da oben können wir eh nicht trauen und die Politiker erzählen und sowieso nur was irgendwie ihren eigenen Narrativen ihren eigenen Interessen dient mit populistischen Parteien, rechtspopulistische Parteien in ganz Europa zu tun.
00:32:32: Wir haben natürlich auch mit der AfD eine rechtsextreme Partei in Deutschland, die genau diese Narrative füttert.
00:32:39: und ja das ist für eine Demokratie-Gift.
00:32:43: Zu einer demokratischen Bildung muss gerade gehören dass sich ihre eigene Meinung bilden dürfen.
00:32:49: Ich glaube, das Schlimme ist ja nicht nur ein Einfallstorfer des Narrativs die da oben die Lügen eh sondern auch ein Einfallstorfer des narrativ-Lügenpresse im Sinne von.
00:32:59: wir können in der ganzen Medienlandschaft nicht mehr trauen und ich versuche dann immer auch in Gespräch mit Menschen klarzumachen es ist nicht so schwarz weiß Weder war der Politik noch bei der Berichterstattung.
00:33:09: Es gibt da gute Journalisten, es gibt Journalisten die versuchen eine wahrhaftige Berichtestattung übernahm auszumachen, eine Berichtzustattung, die sich an diesen Standards orientiert, die du auch formuliert hast.
00:33:20: Für mich ist es sehr schmerzhaft zu sehen dass immer mehr Menschen in unserem Land sich von den Leid mir, wie Sie auch nennen wollen abwenden.
00:33:28: Und gleichzeitig muss ich sagen dass sie sich in Teilen nachempfinden kann aber dann natürlich die Gefahr ist es sehr schnell dieses schwarz-weiß überkippt und sie gar nicht mehr trauen und vertrauen.
00:33:38: Das ist schade weil es gibt weiterhin gute deutsche Berichterstattung.
00:33:43: Absolut!
00:33:44: Ich habe ja auch lange in einer Redaktion gearbeitet.
00:33:46: was ich natürlich auch immer gesehen habe ist viele machen das ja nicht irgendwie aus böse Absichts im Gegenteil sondern es wird ja versucht gut zu arbeiten.
00:33:55: viele versuchen ja gut zu arbeiten und wollen es irgendwie auch wichtig machen.
00:33:59: Also den Anspruch, auch zu haben das irgendwie guten Journalismus zu machen.
00:34:04: ich glaube nur dass dann wirklich oft so teilweise dann vielleicht auch die Kenntnis darüber fehlt dass man irgendwie welche Quellen also dass man eben mehrere Quellen zur Rate ziehen muss oder dass man nicht einfach eine Quelle der israelischen Armee so ungefragt übernehmen darf weil wir natürlich auch irgendwie Kulturell verankert ist vielleicht auch, dass so Institutionen wie eine Armee wie ein Ministerium und so weiter schon mal natürlich ne ganz andere Quelle sind als irgendwie nicht staatliche Organisation.
00:34:33: Aber also das kann das ja nachvollziehen auch zum Teil, dass es vielleicht so honest mistakes sind, sodass man es vielleicht auch... Dass das jetzt nicht alles irgendwie bewusst so gewollt ist.
00:34:46: aber umso mehr muss man natürlich immer wieder die eigene Arbeit hinterfragen Und genau das was du gesagt hast auch mit einfließen lassen denn einem da gespiegelt wird.
00:34:54: Und wenn man dann auch das Gefühl hat, man hört immer wieder ah ja da und da habe ich jetzt aber bei den englischen Medien zum Beispiel geguckt, englischsprachigen Medien und da steht was ganz anderes, warum steht das nicht bei euch?
00:35:03: Dass man zumindest dann auch mal ja bereit ist auch an sich zu arbeiten und deine Arbeit vielleicht auch ein bisschen anzupassen.
00:35:12: Zu dem Punkt noch eine Ergänzung als Abschluss.
00:35:15: also du hast jetzt den Grund genannt woher kommt es dass deutsche Berichterstattung solche Defizite hat, dass es teilweise die die Journalistinnen und Journalisten nicht besser wissen.
00:35:24: Ich glaube, ergänzend ist es wichtig zu verstehen – da kam auch Reporten oder Grenzen zum Ergebnis in der jährlichen Nahaufnahme, die quantitative Gespräche mit Journalisten und JournalistInnen in Deutschland geführt haben, dass es wirklich eine Art von Selbstzensur gibt aus einer Angst heraus, was ein falsches Wort zu benutzen, missverstanden zu werden im schlimmsten Fall die Arbeitsstelle zu verlieren gecancelt.
00:35:51: zu werden.
00:35:52: Und natürlich kommt auch hinzu, dass es je nach Redaktion und da gibt das auch keinen Schwarz oder weißes natürlich auch Maßgaben gibt um bestimmte politische Ausrichtungen und dann diese eine gewisse Berichterstattung auf den Konflikt eben nicht möglich ist.
00:36:06: also ich glaube es gibt wirklich viele viele Gründe die dazu führen dass wir diese Defizite haben.
00:36:11: jetzt haben über die Folgen in Deutschland gesprochen auf die Bevölkerung die immer misstrauischer wird gegenüber der Politik gegenüber den Medien.
00:36:21: Ich habe auch das Gefühl, dass es hier im Libanon Folgen gibt der deutschen Außenpolitik.
00:36:26: Ich hab vor wenigen Monaten hier erlebt während ich früher immer über alle Libanonen sehr offen empfangen wurde und Deutschland hier immer einen sehr guten Ruf hatte?
00:36:36: Ich war vor ein paar Monaten in einem palästinensischen geflüchteten Lager wo ich vor dem siebten Oktober auch sehr oft war und da wurde mir gesagt bitte sagt diesmal nicht mehr, dass du aus Deutschland kommst um dich zu schützen.
00:36:49: Da sehe ich schon, als Deutsche hier im Land einen Unterschied.
00:36:52: Wie nimmst du das wahr?
00:36:53: Hat sich da was verändert?
00:36:55: Hier in der Gesellschaft mit dem Blick auf Deutschland...
00:36:58: ...hat es!
00:36:59: Ich teile das.
00:37:01: Ich habe zwar nach wie vor das Gefühl, schon noch die meisten Taxis, in denen ich einsteige wenn ich sage, ich bin Deutsche ist schon auch die erste Reaktion immer sehr positiv.
00:37:10: Deutschland verfügt nach wie vorher würde ich sagen über seine... soft power in den bereichen wirtschaft technik so made in germany ist nach wie vor ein hohes gut.
00:37:18: fussball die nationalmannschaft wird nach wie vererrt Hat man auch zur zeit der wm gesehen.
00:37:23: also es ist wirklich also das würde ich schon noch sagen Auch eben dass man nach wie vorher deutschland und viele haben ja auch verbindungen nach deutschlands.
00:37:29: Ich habe dann bruder, ich hab dann onkel ich liebe deutsch land und so.
00:37:32: Aber je spezifischer es geht um die deutsche politik die deutsche außenpolitik desto mehr genau wird deutschlern als hat Deutschland an Ansehen verloren.
00:37:44: Das spüre ich auch hier, mir war nur natürlich speziell auch in gewissen Kontexten.
00:37:48: Auch gerade wenn man mit Menschen zu tun halt die selber vielleicht politisch arbeiten oder aktivistisch arbeiten und so weiter.
00:37:53: Also da habe ich auch erstmals gemerkt dass wenn man dann irgendwo reinkommt und sagt Ich bin Deutsche das schon jetzt mehr Distanz gibt verschwindet die dann auch, wenn man irgendwie merkt okay die Person hat vielleicht jetzt Teil dieser Haltung nicht.
00:38:10: Aber das merke ich auch.
00:38:13: wir haben es auch bei der Friedrich-Ebert Stiftung gemerkt mit Partnerorganisationen, die sich schwer getan haben, die Zusammenarbeit mit uns fortzusetzen oder teilweise ist auch nicht getan haben weil man eben gesagt hat auch eine deutsche Stiftungen repräsentiert letztendlich dieses Land und auch diese Politik.
00:38:29: Andere konnten mir wiederum davon überzeugen, mit uns weiterzuarbeiten.
00:38:32: Aber es ist schon nach dem siebten Oktober, nach dem Krieg in Gaza auch wirklich oder mit diesem Krieg hat sich da was verändert.
00:38:42: und das ist etwas, was Deutschland glaube ich auch noch ziemlich unterschätzt
00:39:01: Gerade so wie wir, glaube ich auch in Deutschland oder grundsätzlich auch im Medienkrieg diskutieren ist über Zahlen, über Statistiken.
00:39:09: Über Militärstrategien, über wie viele Menschen sind an dem Tag getötet worden?
00:39:13: Wie viele Menschen wurden verdrieben und so weiter... Aber am Ende geht es ja ganz konkret und das versuchen wir auch immer in der Arbeit so zu gestalten und zu machen, den Krieg über die Menschen zu erzählen.
00:39:26: Über die Familienväter, Mütter Kinder, über die Journalisten, die getötet werden, über Rettungskräfte usw.
00:39:34: Du hast den Krieг hier ja immer wieder miterlebt.
00:39:37: gibt es dann irgendeine Geschichte eine Begegnung in diesem Krieg, die dir besonders hängen geblieben ist?
00:39:44: Es gibt so wahnsinnig viele Geschichten im Kleinen.
00:39:47: Ich habe auch bei einigen Initiativen ausgeholfen, dass das Rumfahren von den Sachen zum Beispiel als Ramadan war bzw.
00:39:55: Ende des Ramadan und dann haben wir Säcke gepackt, Kisten gepacken mit eben auch viel Spielzeug für die Kinder- und Malbüchern und dann sind wir in eine Unterkunft gefahren und die Kinder haben sich einfach... Also ich hab noch nie eigentlich gesehen was ich so über einen Mahlbruch gefreut hat weil es einfach mal wieder etwas war Farbe reingebracht hat, im wahrsten Sinne.
00:40:16: Und dann haben die da gesessen zu dritt und in ihren Malbüchern gemalt.
00:40:20: Das waren einfach diese Momente wo man Jemi natürlich auch gemerkt hat wie wenig Schönes ist in den Wochen davor für all die Gaben.
00:40:29: Wenn man sich versucht wenn man so sieht wie Menschen versuchen sich ein bisschen kleine Portionen Glück noch hier und da zu suchen finde ich schon immer anrührend und bedrückend.
00:40:43: Die Hanna, die hier rumfährt und Malbücher verteilt zeigt ja das ist eben nicht nur die Journalistin und vor allem Stiftungsmitarbeiterinnen.
00:40:52: Im Libanon gibt es auch noch vor allem den Menschen.
00:40:53: Hanna gab es Momente in all diesen Kriegen wo du dir gedacht hast ich kann das nicht mehr?
00:41:00: Ich muss weg!
00:41:01: Ich schaff' dass nicht mehr.
00:41:03: Nee tatsächlich nicht.
00:41:05: Nein ich glaube wirklich nicht.
00:41:07: Auch sehr zum Verdruss von Familie und Freunden, die sich immer gedacht haben Wann ist es so weit?
00:41:14: Wann kommt sie vielleicht mal wieder zurück?
00:41:15: oder man reist sie vielleicht einfach mal aus für eine Zeit lang, weil nochmal dieses Privileg habe ich eben.
00:41:22: Ich hab's teilweise auch einmal im letzten Krieg gemacht um meine Wohnung dann auch ein Patriebene zu geben.
00:41:27: und wenn man selber vielleicht auch einen kleinen Beitrag leisten kann um eben Hilfslieferungen auszufahren zu spenden natürlich auch Ja, auch sowas wie am achten April an diesem besagten schrecklichen Tag Blutspenden zu gehen und so.
00:41:38: Das sind natürlich auch Sachen hat man ja auch das Gefühl So kleiner Beitrag auch ist aber vielleicht kann man ihn eben doch auch ein bisschen leisten es
00:41:45: total spannender dass du sagst weil all meine libanesischen Freunde und Freundinnen hier die sagen immer It's always harder for those outside Es ist immer schwieriger für diejenigen die nicht hier sind Und man kann das, glaube ich, wenn man selber noch nie Krieg und Krise erlebt hat sich gar nicht vorstellen.
00:42:04: Aber man fühlt sich besser an dem Ort der Objektiv eigentlich der Gefährlichere ist weil man wie du sagst weiß was vor sich geht bei den Menschen ist die man lieb hat.
00:42:18: Das kann ich auch total nachempfinden dieses Gefühl Wenn ich einmal draußen bin komme ich dann sicher wieder rein.
00:42:23: Gleichzeitig, das erlebe ich auch immer wieder im Libanon wenn ich mit jüngeren Menschen spreche und es wurde auch würde ich sagen durch die aktuellen Kriege immer mehr.
00:42:33: Die sagen, ich sehe hier keine Zukunft mehr!
00:42:36: Ich sehe in diesem Land keine Zukunft meer und wenn ich die Möglichkeit haben würde das Land zur Verlassung mir irgendwo draußen ein stabiles Leben aufzubauen, würde ich das tun.
00:42:46: Wie erlebst du das?
00:42:48: Seit ich hier bin... Ich weiß nicht wie viele japanesische Freundinnen und Freunde von mir gegangen sind über diesen Zeitraum.
00:42:55: Sehr sehr sehr sehr viele!
00:42:57: Und jetzt merke auch dass die immer geblieben sind und immer gesagt haben, ich möchte bleiben und ich möchte einfach nirgendwo anders leben.
00:43:03: also lieber nur selbst.
00:43:03: die sagen jetzt, ich glaube ich muss gehen.
00:43:06: Ich habe genug gelitten, ich hab meinen Beitrag geleistet und jetzt sind andere dran sozusagen.
00:43:11: und jetzt kann ich einfach nicht mehr.
00:43:14: Und ich glaube, das ist einfach auch durch diese kurzen Abstände dieser beiden Kriegeln.
00:43:26: Jetzt auch mal für Menschen in der Dach hier, da ist ein Geschäft.
00:43:30: Man weiß ja nicht wie lange wird es dastehen?
00:43:33: Wie viel investiert man da rein, Sachen wieder aufzubauen?
00:43:35: Aber auch so was wie gründlich eine Familie – ich weiss nicht, wie viele Schule zum Beispiel ausgefallen sind natürlich in diesen letzten Monaten Jahren also ständig.
00:43:43: Jetzt wurden auch wieder die Examen abgesagt und das sind ganz ... Dinge, die einen vor ... die einen erst mal wieder so aufs Stand beisetzen.
00:43:54: Die sagen, jetzt hast du nicht deinen Abschluss und kannst dich nicht wiederbewerben oder riskierst du das hier wirklich zu investieren in etwas?
00:44:02: Wenn du nicht weißt was ist vielleicht wie deinem Jahr ein, zwei, drei Jahren und ich kann jeden und jede verstehen, die zu dem Schluss gelangen, dass sie keine Zukunft haben.
00:44:11: Was müsste passieren, Hannah mit den Menschen, dass diese Hoffnungslosigkeit im besten Fall zumindest ein Stück weit weich und die Menschen wieder vertrauen fassen?
00:44:21: Ist ja immer so ein bisschen die Frage, muss es von unten kommen oder muss es vom oben kommen?
00:44:26: Auch im Libanon musste ich vielleicht auch die Gesellschaften stückweit ändern.
00:44:29: Auch in ihrer Mentalität.
00:44:31: miteinander als Gesellschaft.
00:44:32: also bei so sehr ich das schätze und auch schon gesagt habe dass hier natürlich viele gemeinsam leben ist glaube ich schon oft auch einen eher nebeneinander als miteinander leben auf der verschiedenen Gruppen und sich eben doch eher als adu-shi du bist so nicht du wirst chris zu sehen als du bist libanese ich bin libanase Und ich glaube, dieses Mindset muss sich ändern.
00:44:55: Aber natürlich will da auch nicht das zu viel auf die Menschen abwälzen, weil sie es nun mal mit einem zutiefst... Ich habe schon gesagt von Korruption durch drungenen Apparat zu tun hat und das glaube ich immer wieder feststellt wie schwierig es ist dagegen anzukämpfen.
00:45:10: Ich glaube natürlich, dass es mich nicht mehr geht aber eine Generalüberholung braucht dieses System
00:45:15: Nach all deinem Leben und erleben hier lieber noch über die Jahre, was stimmt dich optimistisch im Großen oder im Kleinen?
00:45:22: Dass ich selten Menschen auch getroffen habe.
00:45:27: Die so... Auch wenn sie gehen an ihrem Land hängen.
00:45:32: also wirklich die mit jedem... Mit allem Stolz auch sagen dass sie Liebanese sind.
00:45:39: Also das waren irgendwie das alle was Besseres für dieses Land wollen.
00:45:43: Das würde ich sagen, das ist wirklich einhellig.
00:45:45: Ich wüsste niemanden der sagt ja es sollte so bleiben wie es ist.
00:45:49: Also das ist hier sicherlich gut dass es dafür dieses Verständnis gibt und dass sich das auch im Klein immer wieder gesehen habe über die Jahre.
00:45:58: also wie man dann doch als so gebeutelte Gesellschaft funktionieren kann wenn man's muss... Mehrfach nach der Explosion erlebt, nach den Pager-Attacken.
00:46:08: Da war völlig egal wo man politisch stand oder irgendwas.
00:46:10: Es sind alle zum Blutspenden gegangen.
00:46:12: Ich sehe das ja in meiner Generation schon viel mehr als jetzt in der älteren.
00:46:17: Dass es dann eben doch die interkonversionellen Freundschaftenbeziehungen und so weiter gibt.
00:46:22: also dass ist ja schon was was man sieht.
00:46:24: und dann denke ich okay das wird vielleicht von Generation zu Generation mehr?
00:46:27: Man sagt glaube ich immer es braucht wie viele Generation zwei oder so um einen Krieg wirklich rauszukriegen aus einer Gesellschaft.
00:46:36: Und so hoffe ich, dass es dann auf lange Sicht bei eben alle dieses wirklich einfach wunderschöne Land ja lieben und hier gerne wieder leben wollen das die vielleicht irgendwann die Möglichkeit haben wieder zurück zu kommen weil sie jedoch eine Zukunft sehen Das wäre halt schon sehr schön.
00:46:54: Ja
00:46:55: Letzte Frage liebe Hannah und die hat damit erstmal gar nichts zu tun die ich jedem Gesprächspartner stelle, egal wo wir auf der Welt unterwegs sind und du bist frei sie zu beantworten wie du möchtest politisch gesellschaftlich persönlich auf den Libanon bezogen oder nicht.
00:47:12: Was macht dir Hoffnung?
00:47:13: Mir macht Hoffnung dass Menschen überall... Nicht nur nach Glück für sich selbst sondern vor allem nach einem besseren Leben streben Für die Menschen die sie lieben Und ich glaube Die hat ja so gut wie jeder Mensch und das man deswegen immer auch Nicht nur an sich denkt und dass man deswegen auch immer früher oder später das große Ganze sieht.
00:47:35: Und will, dass sich Dinge zum Besseren verändern.
00:47:38: Ich sehe einfach was Menschen bereit sind zu geben für Titi sie lieben und das macht mir Hoffnung.
00:47:44: Wunderschönes Ende ich danke dir!
00:47:46: Danke für deine Zeit und danke für dieses sehr sehr informative inspirierende und auch persönliche Gespräch.
00:47:52: Dankeschön ich danke auch.
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